Beinahe ein Liebesbrief

Liebstes Herz,

ich habe eine Dauerkarte für das Kopfkino meiner Träume gelöst und träume von Dir, von uns und frage mich wie ernst man Träume nehmen sollte.

Manchmal, wenn ich unruhig werde und irgendwo zwischen Euphorie und Blues schwanke, dann möchte ich Dich anrufen, zu Dir fahren, Dich umarmen, Dich fühlen, Dich küssen.

Manchmal frage ich mich wo Du bist. Was Deine Hand gerade macht, die ich halten möchte, Dein Mund, den ich berühren will, Dein Körper, den ich fühlen möchte. Wo ist die Seelengemeinschaft, die mich spüren lässt, wie einsam Du bist und mir Lust macht, Dir Gesellschaft zu leisten in dieser Einsamkeit. Dann tröste ich mich damit, dass Du Worte hast, Dein Kopf voll davon ist und Du immer einen Weg findest, sie rauszulassen und ihnen glücklich hinterher zuschauen, während sie sich ihren Weg ins Leben bahnen. Und hoffe, dass Du an all dem Ungesagten nicht erstickst.

Manchmal begehre ich Dich mehr als Du ahnst, spüre den Drang nach dem Tasten auf der warmen Haut, Deinen Duft, der mich nicht traurig macht, weil er nicht vergänglich ist.

Manchmal frage ich mich, warum wir es zulassen, dass die Gegenwart die Zukunft blockiert. Machen wir die Gegenwart nicht zu Sklaven der Vergangenheit und gönnen der Zukunft die Freiheit – unsere Zukunft, neu anzufangen, den Traum leben.

In diesen Zeiten denke ich wie ich schön es wäre, sich einfach treiben zu lassen, das Gefühl der gemeinsamen Freiheit zu genießen. Und ich weiß, man wird mich für verrückt erklären und Du wirst mich vielleicht fragen, ob ich Dich meine oder einen Traum in mir, aber Du bist es, der die Träume geweckt hat, Du bist der Grund diese Träume zu leben und ich würde Dir am liebsten zurufen, dass wir es versuchen sollten – was haben wir schon zu verlieren, wenn wir nicht träumen, haben wir doch schon verloren. Und doch wäre es die Welt.

Manchmal bin ich mir auch sicher, dass es Bestimmung war, in genau dieser Form in Dein Leben zu treten und vielleicht einen winzigen Funken dazu beizutragen, dass Du wieder fliegst, womit mein „Einsatz auf Erden“ beendet wäre. Die Erde, die wir füreinander fruchtbar gemacht haben, indem wir mit unseren Händen tief darin gewühlt haben.

Manchmal möchte ich mich einfach nur verschenken. Möchte da sein, wenn Du mich brauchst, wenn Du rufst. Möchte Dein Vertrauen, Teil von Dir werden, Deine Sehnsucht stillen. Manchmal bin ich bereit, alles zu geben und nichts zu verlangen, Dich ein Teil meines Lebens werden zu lassen, die Liebe teilen, Ängste, das Leben.

Das Land zu verlassen, das Häuschen zu kaufen, den Schreibtisch und das Bett reinzustellen und die Bücher in die Regale räumen oder noch besser, sie in Reichweite zu haben. Überall, nicht nur im Regal.
Ich freue mich darauf, Dich anzulächeln, auf das Abenteuer Dein Gesicht mit meinem Blick zu streicheln, wenn Du zu Seite siehst, und mich zu freuen, wenn Deine Augen für Sekunden strahlen und noch schöner werden, wenn sie meine treffen, Und ich freue mich schon jetzt darauf, wenn Deine Hände Zärtlichkeit versprechen und ich in meinem Kopf die tollsten Phantasien lebe. Ich freue mich darauf diese Anfänge auszukosten, diesen Traum im Kopf zu haben und nicht nach der Entwicklung zu fragen.

Aber manchmal wird es auch dunkel, wenn sich die Schatten der Gegenwart drüber werfen.
Dann sitze ich hier und schreibe und schreibe und schreibe, sprachlos geworden im Laufe der Zeit, in der Hoffnung lebend, Du liest diese Zeilen, daran glaubend, dass auch ich noch Träume habe, irritiert warum gerade ich das formuliere.

So freue ich mich auf eine Nachricht von Dir denn zwischen den Zeilen erscheint das Bild doch so anders, und ich freue mich darauf, Dich weiterhin auf diese, doch so wunderschöne und heimtückische Art und Weise kennenzulernen, auf die Möglichkeit Liebe auf diese Art für möglich zu halten, auch wenn alles so unverbindlich ist, dass jeder von uns von einem auf den anderen Tag verschwinden könnte, ohne die Chance, sich zu finden. Mit Sehnsucht und Symptomen einer illusorischen Gefühlsblase, die wir beide in Worte, Gedichte und Geschichten verarbeiten würden.

Menschen wie Dich darf man nicht einordnen, man würde Dich beschränken, würde die Farbvielfalt von Dir nicht sehen, nicht spüren, würde Dir nicht gerecht werden. Halte mich für verrückt, aber halte das nicht für irgendwelche Violinen, für das ganz große Orchester. Gegeigt habe ich zu oft und habe doch nur falsches Summen gehört von Menschen, die Musik nie gefühlt haben. Lass mich reden, schreiben, träumen, fühlen.

Du musst etwas Besonderes sein, dass diese Gedanken entstehen. Du musst etwas Besonderes sein, wenn wir uns finden, denn dort wo alles aufhört, kann alles rückhaltlos neu beginnen.

Und jeden Morgen, wenn ich aufwache, begrüßt mich die Gegenwart mit einem leisen Kopfschütteln, wohl wissend, dass sie mich am liebsten an den Schultern packen und gegen die Wand werfen würde.

Und jeden Morgen trotze ich, indem ich den Anfangsbuchstaben Deines Vornamens auf meinen Körper male.
Verliebt in die Möglichkeit.


..
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yoursm.

2 Gedanken zu “Beinahe ein Liebesbrief

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