T-16

Glücklicherweise, habe ich das Vergnügen, meiner seltsamen Psyche und stoischen Ruhe vor Stürmen, seit einigen Jahren, so dass es mich nicht aus der Ruhe bringt, dass ich nicht aus der Ruhe zu bringen bin.
Das beziehe ich – in dem Fall – ausnahmslos auf meine Kanada-Reise.
Täglich werde ich von aufgeregten Freunden und Kollegen gefragt, wann es denn nun losging.

„16 Tage.“

Ich habe weder Kleidung rausgelegt, noch probe gepackt, da ich ein Mensch bin, der einen Schritt nach dem anderen machen muss, um nicht zu stolpern. Ich lebe im Augenblick, eine recht frische Angewohnheit, doch kann ich sie durchaus empfehlen. Man spart wertvolle Zeit, ohne, dass man das Kontingent bewusst vor Augen hätte und erlebt bewusster und nachhaltiger. Diese Indianer mit ihren Weisheiten, die wir stets zitieren und dann erleben wir es und es macht BÄM.
Sehr bewusst umarme ich Menschen, die ich vor der Abreise nicht mehr sehen werde. Meine Mama würde jetzt sagen: „So Gott will, sehen wir uns wieder“ oder „Wer weiß, was Gott mit uns vorhat“. Ich gehe davon aus, dass wir uns wiedersehen, möchte jedoch jeden Abschied bewusst abspeichern und nachfühlen können.

„Wirst Du echt ganz alleine reisen?“

Anfangs war ich ein wenig echauffiert, nahm ich an, man traute mir diese Reise nicht zu. Ich bereise ein zivilisiertes Land. Gut, ein Land, welches nicht flächendeckend mit LTE versorgt ist. Oder annähernd Netz hat. Vermutlich geht es darum, bei der Frage. Oder darum, ob ich es aushalte, Augenblicke für mich selbst zu erleben, ohne das unbändige Bedürfnis, teilen zu wollen. Mit den Liebsten. Ich werde es versuchen. Ich will Meg-Momente. Jedenfalls 7 von den 10 Wochen, dann teile ich mein Leben wieder.

„Ist das so ein Selbstfindungs-Trip“?

Grundgütiger.
Ich habe nicht die geringste Ahnung. Fürs Erste hoffe ich einfach, dass ich meine Unterkunft finde, mich in dem Land zurecht finde, Freunde finde, Zeit für mich finde … ich werde allerdings nicht suchen. Bis auf die Unterkunft. Ich werde mich treiben lassen und es genießen, keine 10 Stunden am Tag kreativ zu sein/sein zu müssen. Ich möchte Tiere streicheln, bis sie Löcher im Fell haben, Walen zuflüstern, sie mögen noch lange auf sich aufpassen, Menschen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen.
Mir selbst zuhören, wenn keine Stimmen um mich herum Forderungen stellen. Via SMS, WhatsApp, Facebook, Twitter, etc.
Mich selbst werde ich nicht finden, dafür kenne ich mich zu gut.
Aber ich freue mich darauf zu sehen, was von dem Pfadfinder-Mädchen noch da ist, welches damals mit der eigenen Phantasie ganze Königreiche erschuf.

6 Gedanken zu “T-16

  1. Das klingt alles so spannend, und freue mich auf Deine Berichte wenn Du dort bist, bzw. wieder zurück.
    Kannst Du eigentlich auch französisch (sprechen und verstehen)?

  2. es ist so lustig, dass so viele Menschen denken, Kanada bestehe nur aus Natur 😉 Die Grosstädte sind nicht zu verachten und wesentlich moderner als hier….

      • viel Spass……;-) ich liebe Canada, nicht so sehr die Quebecer Art….aber ein tolles Pfleckchen Erde

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