Hello Toronto.

Am Flughafen in Amsterdam bot man mir 300 Dollar in bar, würde ich auf meinen (überbuchten) Flug verzichten und stattdessen einen anderen an dem Tag nehmen. Ich lehnte ab. Nicht, weil ich zuviel Geld habe, sondern weil die Vorstellung, unbestimt lange alleine dort zu sitzen, nachdem die Liebsten gefahren sind, sehr sicher dazu geführt hätte, dass ich heute nicht aus Toronto schriebe. 

Wie gern zeigte ich mich mutig, mit abentuerlichem Schalk in den Augen, aber die erste Nacht in Toronto verbrachte ich damit, dass ich bereits um 20 Uhr hiesiger Zeit (-6) ins Bett fiel und nachts kleine Schübe von Panik wegatmete, während sich mein Hals verengte und der Kloß in den Bauch wanderte. 

Ich hatte schlichtweg Angst. Heimweh und Sehnsucht. Außerdem ist es eine Umstellung, vom Wasserbett auf ein Holzbrett, so hart ist dieses Bett nämlich, in dem, anstonsten wunderschönen, großen ZImmer meiner ersten Airbnb-Buchung. SIe liegt sehr zentral, nämlich direkt an einer Start- und Endstation einiger Bus-Linien. Gestern war die Wohnung allerdings nicht leicht zu finden.

Nachdem ich am Flughafen von der Immigrations-Behörde freundlich gefragt wurde, warum ich ihr schönes Land nach 70 Tagen verlassen müsste und nicht länger bleiben kann, brachte sie mein,erstaunt ausgerufenes , „Na, weil ich doch wieder arbeiten muss!“ zum lachen. Nach einigen weitern höflichen Fragen, ob ich in West-Afrika war und Menschen kenne, die an Ebola erkrankt sind, wünschte man mir einen tollen Aufenthalt. 

Beim Warten auf den Koffer, plauderte ich mit einer Einheimischen, von der ich lernte, dass man das erste „o“ in Toronto nicht ausspreche. Das kann ich, der Pole lässt auch gerne ein paar Vokale weg. 

Ich informierte mich, welchen Bus ich nehmem muss und trat in die 31-Grad-Hitze, mit gefühlter Luftfeuchtigkeit von ca. 80%, hinaus.

Im Bus lief uns die Brühe nur so runter, an meiner Station fing es an zu donnern und zu blitzen, die Himmelspforten öffneten sich. Innerhalb von Serkunden war ich durchnässt, konnt das Haus nicht finden, die Einheimischen  schickten mich von links nach rechts und zurück. Die Müdigkeit und Einsamkeit taten ihr eigenes dazu und so stand ich da, mit Koffer und Rucksack, Tausende von Kilometern von meiner Komfort-Zone entfernt und versuchte heulend Netz zu bekommen, um das Navi zu starten.

Als ich am Haus ankam, pitschepatsche nass, verheult, überfordert, müde und mit Heimweh, kam Aaron mir entgegen, nahm meinen Koffer, seine Frau suchte mir Sachen zum duschen raus, kochte einen Tee und eine chinesiche Suppe und ich saß in ihrer Küche und kam heulend an, in diesem Toronto. 

Ich schätze, ich werde einige Tage brauchen, aber ich stehe ja noch am Anfang meines Abenteuers, welches nicht umsonst #MegCan heisst.

8 Gedanken zu “Hello Toronto.

  1. So begann dein Abenteuerliche in der Ferne mit Tränen – du Arme 😦 Aber es ist schön das du bereits Menschen gefunden hast die es dir etwas leichter gemacht haben. 🙂 Kopf hoch und weiterhin viel Mut bei allem was du tust!

  2. Guten Morgen liiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Meg! 🙂

    Habe nach deiner Ankunftserzählung einige Tränchen vergossen. Hätte dich am liebsten in den Arm genommen, feste gedrückt und motiviert.

    Aaron und seine Frau haben sich ja rührend um dich gekümmert.

    Dein Abenteuer beginnt. da gehört es wohl auch dazu, eventuelle innere Ängste und Hürden zu überwinden. Eine schmerzliche Erfahrung, aber MegCan :* An den schwierigen Situationen im Leben wächst man.

    Du hast eine wundervolle Zeit vor dir. Erlebe sie bewusst und geniesse sie. Bin in Gedanken bei dir und freue mich über deine Blogeinträge und Bilder.

    Heute sind die Welt doch sicher schon wieder, sonniger und fröhlicher aus.

    Ein Liebdrücker und ein Trost-Knutscha, treffen dich genau JETZT :-))

    Bis bald, Iris

    • Danke ❤️ und Du hast Recht, das war wohl der Reise-Blues, jetzt ist es wieder gut. Der nächste Beitrag wird anders 😊

      Danke, Du Schatz 😘

  3. Ohhhhweeeeeee….
    Hier mal ein drückerchen aus der Ferne 🙆
    Toll geschrieben , und freue mich auf mehr….
    Wenn Du Dir am Ende Deiner „Expedition Canada“ diesen ersten Text durchließt, dann denkst Du bestimmt : ppppppfffffffffffff, hat doch alles prächtig geklappt 😉
    Ich ziehe absolut den Hut vor deinem Mut!!!! Chapeau 😘

  4. Du rockst das. Und wenn hier welche Tränchen verdrücken, dann die Daheimgebliebenen, die traurig sind, dass sie so weit weg vom Abenteuer MegCan sind 😉 Ich glaub an dich und wenn du das Alpaka knutschst, dann dürfen keine Tränen in den Augen sein 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s