From fast fashion to fair fashion

Berufsbedingt schaue ich mir viele YouTuber an, die unterschiedlichen Content produzieren.
Einige testen die neuesten technischen Gadgets aus, andere kochen (die mag ich sehr), noch andere beschäftigen sich mit dem Segment „Schönheit und Pflege“, und wiederum andere mit „Fashion“. Es ist deren Job, jede Woche alle Handelsketten von Zara, H&M, etc. abzuklappern, mehrmals die Woche ihre Einkäufe bei dm und Rossmann zu erledigen, um 1-3x die Woche für die einzelnen Marken das animierte Werbeprospekt zu werden.
Und dann sitze ich da und glotze Werbung. Freiwillig. Wie Millionen von Fans auch, die nicht mehr gerne Fernsehen schauen, weil man dort die Werbung nicht wegklicken kann.
Einerseits fasziniert, andererseits sehr nachdenklich.

Alle 2 Wochen gibt es neue Klamotten bei den „fast fashion“-Stores. Sie sind billig, oft von schlechter Qualität und definitiv unter zweifelhaften Bedingungen hergestellt und wir kaufen sie, weil wir es uns leisten können, auch wenn sie aufgrund der Schnelllebigkeit der Branche in 4 Wochen nicht mehr „in“ sind.
Wir kaufen sie vielleicht auch, weil wir nicht darüber nachdenken, sondern es einfach haben wollen. Wir kaufen nicht, weil wir sonst nackt wären oder frören.
Manche kaufen auch billig, weil sie es sich nicht anders leisten können.

Wie überglücklich ich war, als André Kossmann, der seine Sportkleidung in Deutschland produziert, diese auch in größeren Größen rausbrachte und kaufte mir gleich 2 Laufhosen, die ich seit mindestens 5 Jahren ständig trage und weine darüber, dass er diese Linie eingestellt hat, weil der Bedarf nicht da war, weil kaum jemand mehr als 19,99€ für eine unfassbar tolle Laufhose ausgeben wollte, die perfekt sitzt, nicht durchscheuert, ribbelt, pillt, etc. und auch noch in Deutschland produziert wurde.

Ich feierte Sina Trinkwälder, als sie mit ihrem Label manomama neben den tollen Taschen für dm auch noch anfing Kleidung in Deutschland zu produzieren und auch in größeren Größen, auch wenn ich hier leider nicht mit den Schnitten glücklich bin, denn das ist ein Problem von den meisten, die sich in diese Gewässer trauen: Aus einer 38 machst Du keine gut sitzende 48, indem Du etwas mehr Stoff rechts und link dran nähst. Sucht man jedoch hier bei Google nach Kleidung in großen Größen, qualitativ hochwertig, in D produziert .. sucht man lange.

Seit geraumer Zeit versuche ich nur Produkte zu kaufen, die ich wirklich brauche. Eine neue Jeans, wenn die alte nicht mehr passt oder nicht mehr reparierbar ist. Schuhe, wenn die alten kaputt sind, der Schuster den Kopf schüttelt oder sie doch rettungslos müffeln 😉 Ich trage meine Kleidung auf, mein Winterparka ist mindestens 12 Jahre alt, eine zweite Winterjacke 5 Jahre alt. Ich kaufe mir nicht jedes Jahr ein neues Paar Stiefel, es mag seltsam klingen, aber es gibt so Klassiker, die man 20 Jahre tragen kann.

Ich habe ein Shampoo, ein Duschgel, eine Pflegespülung, ein Parfum, etc. jeweils im Gebrauch und nicht mehrere davon, Ich versuche – so gut es geht – Seifen als Seifenstück zu kaufen, Shampoo als Seifenstück zu kaufen, etc. um Plastik zu sparen.

Livia Firth (eine italienische Filmproduzentin, die sich vor allem Dokumentarfilmen widmet) sagte: „Fast Fashion is like fast food, after the sugar rush it just leaves a bad taste in your mouth“

Eine meiner liebsten YouTuberinnen ist Justine Leconte (Unter dem link stellt sie sich selbst wunderbar vor!). Sie ist eine französische Modedesignerin, die in Berlin lebt und arbeitet und so sehr mit dieser „fast fashion“ hadert, dass sie ihr eigenes Label rausgebracht hat, um Kleidung herzustellen die passt, das Geld wert ist, haltbar und nicht einfach von Woche zu Woche ersetzbar ist.

In ihren Videos gibt sie sehr viele Tipps darüber, was welchen Figur-Typen steht, ist sehr höflich, ehrlich und unglaublich charmant.

Ich mag YouTuber, die mich über mein Konsumverhalten zum nachdenken bringen. Und die, die kochen können.

Hier ist hier Ted Talk zum Thema „From fast fashion to fair fashion“

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