Das Periodensystem

Nachdem meine letzte Periode bedingt durch die Einnahme der Jubrele mittlerweile knapp 6 Jahre her ist, mache ich mich schlau, was sich seitdem auf dem Markt getan hat.

Jetzt kommt eine kleine #tmi Passage:
Ich kann nur Tampons einführen, die einen Applikator haben. Diese Tampons habe ich in all den Jahren, in denen ich regelmäßig meine Periode bekommen habe auch genutzt. Problemlos, zuverlässig und „normal“. Bedingt durch die Pille kam meine Blutung nicht nur auf die Stunde genau, sie blieb auch nur max. 4-5 Tage und war schmerzfrei und normal, die Blutung eher leicht als stark.

Nun werde ich am kommenden Mittwoch die letzte Pille nehmen und gehe davon aus, mein Körper das bald checkt und dann einen wunderschönen Zyklus produziert.

Doch im „Periodensystem“ hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Das Thema Nachhaltigkeit ist viel präsenter und das ist auch richtig und wichtig. Auch die Kosten für Hygieneartikel sind für viele Menstruierende ein Thema.

2018 sorgte die britische Abgeordnete Danielle Rowly für Aufregung, als sie im Parlament sagte: „Ich habe meine Periode. Und das hat mich diese Woche schon 25 Pfund gekostet.“ Sie zitierte eine Umfrage, der zufolge britische Frauen jährlich 550 Euro (im Schnitt 20.500 Euro im Leben) für ihre Periode ausgeben.

Für Deutschland gibt es keine Erhebungen zu den Kosten der Menstruation. Bekannt ist aber, dass mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland Tampons benutzt. Das ergab eine Marktforschungsstudie für 2017.

Ein Rechenbeispiel: Eine große Packung mit 64 Tampons einer beliebten Marke kostet im Drogeriemarkt etwa 4,75 Euro. Tampons sollten laut Hersteller etwa alle sechs Stunden gewechselt werden, das macht also vier Tampons pro Tag, bei durchschnittlich fünf Tagen Blutung sind das 20 Tampons pro Zyklus. Bei durchschnittlich 456 Perioden zwischen 13 und 51 Jahren braucht frau im Leben demnach 9.120 Tampons. Das entspricht 143 Packungen, die heute etwa 677 Euro kosten würden. Nicht mitgerechnet: Die vielen Tampons, die in Handtaschen und unterwegs verloren gehen.
Quelle

Ich habe mich also umgeschaut, was es alles gibt. Und was für mich in Frage kommt. Mit Pille war meine Periode „a piece of cake“, sozusagen. Ca. 15 Tampons pro Periode und die Geschichte war gelaufen.

Doch wie wird es demnächst sein, wenn die Pille nichts mehr regelt, wenn der Körper wieder von Autopilot auf eigenständige Steuerung umstellt? Werde ich in Schmerzmittel investieren müssen, in extra saugfähige Tampons, Binden oder Unterwäsche?

Ich werde mit Tampons anfangen, zumal ich tatsächlich noch welche von vor knapp 6 Jahren habe und nachdem ich sie aufgebraucht habe, auf Bio-Tampons umsteigen. Zusätzlich habe ich mir eine Packung Binden gekauft für einen extra Schutz.

Für den Anfang habe ich mir diese Bio-Binden von Mia Care für die Nacht gekauft, die werde ich so oder so aufbrauchen, womöglich brauche ich sie nicht, doch ich möchte vorbereitet sein.

Von Taynie habe ich mir einen Perioden-Slip gekauft – zum einen, weil sie hübsch aussehen, aber auch in größeren Größen verfügbar sind und aus Deutschland kommen. Ich habe den Slip auch schon mal so getragen – ein bisschen ungewohnt, denn man „hört“ ihn ein wenig am Anfang, aber nach kurzer Zeit habe ich gar nicht mehr daran gedacht. Gespannt bin ich, wie sich der Slip bewährt, wenn die Blutung da ist und wie er mit der Stärke klarkommt. Und ich 🙂

Eine Tasse werde ich nicht gleich von Anfang an benutzen. Die schaue ich mir später an, wenn sich mein Zyklus halbwegs normalisiert hat, denn da fürchte ich eher, dass ich das gleiche Problem haben werde, welches ich mit Tampons ohne Applikator habe, ich komme nicht tief genug rein, damit sie perfekt sitzt.

Während ich mich also schlauer recherchierte, stieß ich auch auf die Seite von TheFemaleCompany – dort bekommt man alle Hygieneprodukte in Bio-Qualität und in einem Abo, was langfristig Geld spart.

Was benutzt Du? Kannst Du mir etwas empfehlen?

#hand2hand20

Wow.
2020 – herzlich willkommen zum #hand2hand Adventskalender von euch, für euch und zugunsten von Heimatstern e.V.

Wäre #hand2hand eine Serie, liefe dieses Jahr die 5. Staffel 😍


Einige von euch kennen ihn schon, für viele ist er neu. Hier könnt ihr nachlesen, was es ist, wie Du mitmachen oder unterstützen kannst 🙂

#hand2hand ist ein virtueller Adventskalender mit 24 Türchen – gantz besondern Türchen. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine liebevoll handgefertigte* Besonderheit, die Du für einen guten Zweck ersteigern kannst, nämlich für den besten Zweck der Welt: Menschenleben.
Du bekommst also zwei Geschenke: Das, was Du ersteigert hast und das gute Gefühl mit Deiner Spende etwas Wunderbare getan zu haben: Ein Menschenleben wieder lebenswert(er) gemacht oder gar gerettet zu haben, denn der komplette Erlös geht an Heimatstern e.V. – einen Verein, der unermüdlich mit jedem Euro (ohne Verwaltungsabzug) Tag für Tag Unglaubliches leistet.
Darüber kannst Du Dich auf der Website informieren, aber auch bei Facebook und Twitter.

Bereits zum 5. Mal geht dieser Kalender online und ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir auch dieses Jahr gemeinsam Menschen helfen wollen, die unsere Hilfe brauchen. Hier nun etwas konkreter, worum es geht und wie Du mitmachen kannst

Was ist #hand2hand?

Ein Adventskalender auf Twitter mit ❤
Bis zum 24.12. (startend am 30.11. um 21 Uhr) findest Du hinter jedem Türchen auf eBay findest Du etwas Handgefertigtes, das von 24 Wichteln eigens für diesen Kalender genäht, gehäkelt, gebacken, gekocht, gestrickt, geklöppelt, geschrieben, fotografiert, etc. wurde.
Diese Personen stellen das kostenlos zur Verfügung und übernehmen sogar den Versand (Inland D, sonst nach Absprache)

Wie kann ich bei #hand2hand mitmachen?

Das ist einfach: Du kannst selbst etwas herstellen (hier gerne etwas, das man nicht überall schon kaufen kann), backen, nähen, klöppeln, unterwassermundtuften, handwerklich bewerkstelligen, dann überleg Dir bitte was es sein könnte. Du kannst Umfragen unter Deinen Followern machen, was sie interessieren würde, was sie kaufen würden, was Du machen könntest oder Du stöberst hier im Blog in der Rubrik #hand2hand

Wenn Du Dir sicher bist, dass Du mitmachen willst und was Du anbieten möchtest

  • schreib mir bis zum 11.11.2020 eine E-Mail an meggyver@gmx.de mit dem Betreff „hand2hand2020“ und Deinem Nick/Twitternamen und sag mir bitte konkret, was Du beitragen möchtest (vielleicht hast Du bereits Bilder, die Du anhängen kannst) – bitte nicht über Twitter, WhatsApps, etc – nur über Mail, damit ich niemanden übersehe und den Überblick behalten kann
  •  bedenke bitte, dass Dein Werk im Dezember versandfertig sein muss, damit der glückliche Ersteigerer noch in der Weihnachtszeit Deine Besonderheit in den Händen halten kann
  • Du übernimmst die Herstellung, den Versand (Inland), die Bilder & Text, den Du mir bis Ende November zur Verfügung stellen musst, damit ich die Auktion bei eBay einstellen kann
  • Ich melde mich bei Dir nach dem 11.11. mit einer Zu- oder Absage
  • Bis zum 20.11. brauche ich dann eine Beschreibung Deines Angebots (liebevoll und plastisch, Du bist ja kreativ) und Bilder, damit ich die Auktionen bei eBay einstellen kann und diese pünktlich starten können. Das ist ein wenig Arbeit, weshalb dieser Punkt wichtig ist.

Ich sorge dafür, dass die Auktion pünktlich online geht, teile sie über Twitter, teile Dir nach erfolgreich beendeter Auktion den Namen des Glücklichen mit und Du versendest innerhalb von 3 Tagen Dein wundervolles Werk Heimatstern erhält sein Geld direkt vom Käufer über PayPal

Wie wird ausgewählt, wer mitmachen kann?

Es gibt 24 Türchen. Die Erfahrung der letzten Male zeigte, dass es mehr Anfragen gab, doch auch dieses Jahr wird es ein klassischer 24-Türchen-Kalender. Ich wähle aus allen Vorschlägen aus, stets bemüht, eine bunte Mischung an den Start zu bringen. An der Stelle möchte ich um Dein Verständnis und Vertrauen bitten, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen auswähle und durchaus auch Angebote leider ablehnen muss, wenn ich z.B. 5 Fotokalender / 10x was Gehäkeltes angeboten bekomme oder der Erfahrung sagen kann, dass es nicht passt. Bitte sei nicht sauer oder enttäuscht, denn auch wenn das hart klingen mag, es geht an der Stelle nicht um persönliche Präferenzen, sondern eine möglichst vielfältige Mischung, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird. Wenn ich Dein Angebot ablehne (was nicht persönlich ist), kannst Du es dennoch über Twitter anbieten, wie es manch anderer bereits auch tut, nur bitte verwende hierfür nicht den #hand2hand oder #hand2hand2020 oder #hand2hand20 – danke für Dein Verständnis. Ah, und *schweigefuchs* bis Dein Türchen online ist 

Wie komme ich an diese tollen Sachen?

Jeden Abend (beginnend am 30.11.) gegen 21 Uhr stelle ich ein Türchen live, dieses kannst Du auf meinem Twitter-Profil sehen. Das Türchen kommt in Form einer eBay-Auktion. Du brauchst also ein eBay-Konto und ein PayPal-Konto, denn das Geld geht danach direkt an Heimatstern e.V. Nachdem Du ein Türchen ersteigert hat, zahlst Du innerhalb von 24h an die bei eBay hinterlegte PayPal-Adresse (Heimatstern) und ich gebe Deine Anschrift an den Versender. Es fallen bei eBay keine Gebühren an, da das eBay Konto dem Heimatstern gehört und dieses bei  eBay Charity beworben und angemeldet ist – danke nochmal hierfür, eBay!  Jeder Spender bekommt auf Wunsch eine Spendenquittung von Heimatstern ausgestellt.

Warum sollte man so viel Geld für ne Mütze/Zeichnung/Kekse, etc. ausgeben?

Musst Du nicht  Das ist die eine Sichtweise. Eine Freundin hat das sinngemäß folgendermaßen beantwortet: In erster Linie hilft man mit einer Spende Gutes zu tun und bekommt noch etwas Wundervolles dazu

Ich habe weder eBay noch PayPal

Das macht nichts, wenn Du helfen möchtest, kannst Du das tun indem Du

  • Die Türchen jeden Tag bei Twitter teilst (retweetest) und Deinen Freunden und Bekannten von der Aktion erzählst (über WhatsApp, bei Facebook, E-Mail, Luftpost, Flaschenpost (nur bei genügend Strömung), etc.
  • direkt spendest – und hier gibt es viele einfache Möglichkeiten, z.B. über eine Amazon-Wunschliste, die Heimatstern nach Bedarf immer wieder aktualisiert
  • Indem Du z.B. Deine Einkäufe bei Amazon über Amazon Smile machst und dort Heimatstern hinterlegst, so zahlt Amazon eine Spende für jeden Deiner Käufe
  • eine der vielen anderen Möglichkeiten nutzt

Kann ich das steuerlich absetzen?Ja, wenn Du zu einem der glücklichen Käufer gehörst, wird Dir Heimatstern auf Wunsch eine Spendenquittung ausstellen. Falls es noch Fragen gibt, gerne hier in den Kommentaren oder über Twitter  Ich freue mich sehr auf #hand2hand20

Meg

Wer Interesse hat, kann hier nachlesen, wie die vergangenen Jahre gelaufen sind.

Danke MelanieGywer für den Header!

*nicht gekauft

„Antibabypille“ oder „Antifrau“?

Ich nehme die Pille derzeit auch nur damit ich weiß, welcher Wochentag ist.

Heute ist übrigens Donnerstag. 😉 (der Witz funktioniert natürlich nur an jedem Wochentag, AUSSER an einem Donnerstag.)

Seit meinem 16. Lebensjahr nehme ich die Pille – ununterbrochen. Das sind dieses Jahr 28 Jahre. 28 Jahre gaukeln diese kleinen Pillen meinem Körper eine Dauerschwangerschaft vor und dominieren, wenn frau so will, den Hormonhaushalt. Kein Eisprung.

„Die Hormone in der Anti-Baby-Pille verhindern den Eisprung der Frau, sowie dass Spermien in ihre Gebärmutter eindringen. Somit kann die Frau bei korrekter Einnahme der Pille nicht bzw. nur in sehr seltenen Fällen schwanger werden.“ Quelle

Durchbruch der Pille in den 1950er Jahren

1957 wurde die erste Anti-Baby-Pille, das Präparat Enovid, in den USA zugelassen – zuerst noch als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden.

1960 kam Enovid offiziell auch als Verhütungsmittel auf den Markt.

1961 war die Pille unter dem Markennamen Anovlar von Schering in Deutschland erhältlich – allerdings wurde es nur verheirateten Frauen mit mehreren Kindern verschrieben und sollte offiziell gegen Menstruationsbeschwerden helfen.
Quelle

Situation heute

In Deutschland verhütet heute laut einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mehr als jede zweite Frau zwischen 18 und 49 Jahren mit der Pille. Für Frauen unter 20 Jahren ist sie kostenlos erhältlich.
Quelle

Ich bekam die Pille damals jedoch nicht für ihren eigentlichen Zweck, nämlich die Empfängnisverhütung, sondern weil meine monatlichen Menstruationsbeschwerden extrem waren. Und mit extrem meine ich nicht nur Übelkeit und Krämpfe aus der Hölle, sondern teilweise sogar Ohnmacht. Die Pille regelte es.

Ich möchte euch sehr ans Herz legen, das Wort „Antibabypille“ bei Wikipedia einzugeben und etwas über die Geschichte nachzulesen. Eine Revolution.

Und bis heute das meist verwendete Verhütungsmittel bei Frauen gleichzeitig das mit den mit den meisten Nebenwirkungen.

Blutungsstörungen, Blähbauch, Übelkeit, Gewichtszunahme, psychische Beeinträchtigungen wie depressive Verstimmungen (!!), Brustspannen, Kopfschmerzen, trockene Scheide, geringere Lust auf Sex (sic!), Zysten an den Eierstöcken, Akne, Vermännlichung wie Gesichtsbehaarung oder tiefere Stimme, Thrombosen (Verschluss der Blutgefäße), Herzinfarkt, plötzliche Durchblutungsstörungen (Apoplexie) mit beispielsweise Schlaganfall als Folge, Gebärmutterhals- oder Brustkrebs, Abnahme der Knochendichte. etc. pp.

Wusstest Du das?
Für mich bedeutet die Pille eine Art „Freiheit“. Keine Sorge um Blutungen, Schmerzen, „böse Überraschungen“, etc.

Ich werde sie dennoch absetzen. Ironischerweise rät meine Gynäkologin davon ab, denn meine jetzige Pille ist „gering dosiert“ (es handelt sich um die Jubrele und ich nehme sie seit über 5 Jahren durch) was bei mir dazu führt, dass ich seit 5 Jahren keine monatlichen Blutungen mehr bekommen habe. „Wollen Sie das wirklich wieder haben, all die Nebenwirkungen ohne Pille?“ – eine krasse Frage, oder?

Ich gestehe: Mir ist etwas bang. Ich bin nicht scharf auf (un-)regelmäßige Periode, Schmerzen, Stimmungsschwankungen (die ich mit der Pille nicht habe), etc. pp.

Ich bin auch nicht so esoterisch erpicht darauf, meinen Körper total zu spüren, auf den Eisprung zu warten, mir einen Blumenkranz zu flechten und meinen Körper zu zelebrieren. Dennoch möchte ich gerne erleben, wie sich mein Körper anfühlt (innen und außen), wenn er nicht mehr unter Hormoneinfluss steht.


Ich fühle mich gerade wie vor dem ersten Mal.
Was werde ich spüren? Werde ich was spüren? Wie wird der Zyklus sein? Kommen die Schmerzen von der Zeit vor der Pille wieder? Wir wirkt sich das auf meine Psyche aus und merke ich physisch auch was? Welche Produkte werde ich nehmen … Tampons, Tassen, Höschen?

Ich fühle mich gerade wir vor dem ersten Mal.

Und dennoch ist es dringend nötig.

Ich werde hier berichten, wie es sich anfühlt.

P.S. Ich habe auf Insta nach einigen Zyklus-Tracking-Apps gefragt und viel Feedback von euch bekommen. Viele dieser Apps senden viele eurer persönlichen Daten z.B. an Facebook. Hier ein Artikel dazu.

Es gibt aber auch welche, die etwas besser sind und die Daten lokal speichern. Die findest Du hier .

Welche nutzt Du?

Fett – ein Gastbeitrag

Das hier ist ein Gastbeitrag von Suse Bock-Springer. Sie hat ihn auf ihrer Facebook-Seite geschrieben und ich darf ihn mit ihrer Erlaubnis hier abbilden:

CN: Fettfeindlichkeit, Essen, Körpernormierung, sexualisierte Gewalt
Dieser Post ist mir unangenehm und wird mir auch am Ende noch unangenehm sein. Denn ich spreche nicht gerne über meinen Körper. Warum…? Naja…
Ich war seit ich denken kann das dicke Mädchen. Und das, obwohl ich nicht immer das dicke Mädchen war.
Ich komme aus einer Familie in der es einige dicke oder fette Menschen gibt.
Ich komme aus einem Umfeld, in dem es abseits von mir kaum Personen unter 40 Jahren gab, die dick oder fett waren.
Ich lebe noch immer in einer Gesellschaft, die von Erwartungshaltungen an Körper geprägt ist, insbesondere an Körper, die weiblich gelesen werden.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Fettsein mit Hässlichkeit gleichgesetzt wird. Einer Gesellschaft, in der es für weiblich gelesene Personen fast nichts schlimmeres gibt, als fett beziehungsweise hässlich zu sein. Ich komme aus einer Gesellschaft der Diätkultur, der Körpernegativität, der Oberflächlichkeit, der Normierung von Oberflächen.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Frauen auf die Frage, was sie bei Online-Dating am meisten befürchten, antworten „ich hab Angst ermordet oder vergewaltigt zu werden“ und Männer antworten auf die gleiche Frage: „Dass sie fett ist.“
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Frauen ohne Normkörper gesagt wird, sie müssten froh sein für sexualisierte Gewalt und Übergriffe, weil sie sonst ja keiner anpackt.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der von klein auf mein Essverhalten beeinflusst und kritisiert wurde. Zu viel, zu wenig, nicht das richtig.
Ich komme und lebe in einer Gesellschaft, in der eine zuckerfreie Cola zu bestellen belächelt und kritisiert wird, weil man sich ja auch mal was gönnen muss. Außer, man sieht aus wie ich. Dann kann man weder zuckerfreie Cola, noch Cola mit Zucker, noch Wasser bestellen, denn EGAL, was eine Person mit einem Körper wie meinem bestellt, es kommen Fragen.
„Bist Du auf Diät?“
„Bist Du sicher, dass Du das (noch) trinken/ essen willst/solltest?“
„Findest Du es nicht unsinnig eine zuckerfreie Cola dazu zu bestellen?“
„Findest Du nicht, dass darauf lieber verzichten solltest?“
„Wieso isst Du denn Salat?“
„Wieso isst Du?“
„Wieso isst Du das?“
„Wieso isst Du das jetzt nicht?“
Ein Bühnenbekannter von mir, Grollinger von Groll, schrieb irgendwann mal in einem Post, er habe an einem Bahnsteig einen Burger gegessen und sei dafür angefeindet worden.
Ich kenne diese Geschichten nicht nur von mir. Ich kenne sie von fast allen dicken Personen, mit denen ich mehr als drei Worte gewechselt habe. Ich kenne sie seit ich denken kann und das, obwohl ich nicht immer „übergewichtig“ war.
Mir ist von klein auf suggeriert worden, dass NICHTS an meinem Körper richtig ist, so wie es ist. Dass nichts an meinem Essverhalten richtig ist. Dass ich zu viel Platz wegnehme.
Ich hatte keine realistische Chance, ein realistisches Körpergefühl oder Essverhalten zu entwickeln.
Ich lebe in einer Gesellschaft, die aktuell eine globale Pandemie erlebt. In einer Gesellschaft, in der darüber gewitzelt wird, dass man „fett geworden sei“ während Corona und wie schlimm man das fände. In einer Gesellschaft in der jedes Jahr zum 1.1. mit „endlich einen Beachbody“ Menschen in Verträge für Fitnessstudios, Nahrungsergänzungsmittelabos, Sportklamotten und Scham eingeworben werden.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in denen Apps existieren, in denen fette Körper vom Logarithmus verborgen werden. In denen vermeintliche Idealnormkörper mit dem #bodypositivity Fitnesstrainer:innen bewerben.
Ich lebe in einer Gesellschaft, die mich anstarrt, wenn ich im öffentlichen Raum esse. In einer Gesellschaft, die mir vorschreibt mit dieser oder jener Fettverteilung dieses oder jenes Kleidungsstück lieber nicht zu tragen.
Körper sind das erste, das man als sehende Person an einer anderen Person sieht. Aus der Entfernung oder der Nähe. Wir sehen Körper.
Wir sehen Hautfarbe, wir sehen Körperform, wir sehen Behaarung.
Wir reagieren auf Hautfarbe und Körperform und Behaarung.
Wir urteilen aufgrund von Hautfarbe und Körperform und Behaarung.
Wir vermuten Geschlecht.
Als weiblich gelesene Person fett und oder „haarig“ zu sein, ist auf so vielen Ebenen fast unerträglich. Egal, wie klug, witzig, schön, differenziert, stark oder freundlich ich bin, ich bin immer noch fett. Immer noch da, immer noch zu viel.
Ich kann nicht unsichtbar sein, ich habe es versucht.
Ich habe Worte über mich und meinen Körper gehört, die niemand hören sollte von Leuten, die mich gar nicht oder auch sehr gut kannten.
Ich habe lange Hosen und Ärmel getragen, bei über 30 Grad, um niemandem meinen Körper zuzumuten.
Ich habe Kissen vor dem Bauch, wenn ich sitze.
Mache Fotos von oben, überstrecke mein Kinn, damit mein Gesicht schlanker wirkt.
Ich habe versucht mich daran zu erinnern, wann ich damit angefangen habe. Habe versucht mich an das erste Mal „nein, nein, ich trage lieber was dunkles als was buntes“ mit irgendeiner Ausrede zu erinnern. Ich habe versucht, mich an das erste Mal „ich darf jetzt nichts essen“ zu erinnern. An das erste Mal „nein, ich mag den Geschmack von zuckerfreier Cola lieber“. An das erste Mal „ich steh‘ lieber ganz hinten auf dem Foto“. An das erste Mal „nein, ich will lieber nicht auf dem Foto mit drauf sein.“ An das erste Mal „ich verdiene es nicht, dass Personen mich mögen, so wie ich aussehe.“ An das erste Mal „ich kann nicht glauben, dass Du mit mir sprichst, ich bin viel zu fett!“.
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Ich habe die Fettfeindlichkeit und Körpernegativität, die mir in über 30 Jahren meines Lebens entgegengeschlagen ist, so sehr verinnerlicht, dass ich mittlerweile gezuckerte Cola zu süß finde, das klebt mir zu sehr.
Ich trage mittlerweile aus Überzeugung schwarz, weil ich glaube, dass es mir besser steht.
Und es ist nur ein Bruchteil an übernommenen Fettfeindlichkeiten, die ich in mir trage.
Ich kann die Schönheit anderer, vielfältiger Körper so sehr schätzen, meine nicht, weil ich kaum erlebt habe, dass mein Körper liebenswert oder wenigestens respektabel ist.
Und das ist so abgefuckt.
Ich bin so wütend, auch auf mich, weil ich Teile diese Feindlichkeiten so sehr in mich aufgenommen habe.
Ich bin wütend, dass ich Kissen vor dem Bauch halte, mich kleiner mache, versuche keinen Platz wegzunehmen, mich nicht traue, schwimmen zu gehen, wenn da viele Leute sind, mich auf Fotos von Veranstaltungen nicht anschauen mag, manchmal nicht mal in den Spiegel schauen kann.
Aber ich bin noch viel wütender auf und verletzter von Menschen, die diese Feindlichkeiten aufrecht erhalten. Die Dünnsein als Norm ansehen. Die glauben, sie wüssten etwas über mich, wenn sie meinen Körper sehen. Die glauben, „Du bist nicht fett, Du bist voll hübsch“ wäre ein Kompliment.
Dünne Personen, die sagen, dass „sie sich auch nicht immer in ihrem Körper wohlfühlen“. Die behaupten, dass nur ein bisschen Sport und so schon voll viel HELFEN würden.
Ein bisschen Sport. Fick Dich. Weißt Du, wie dicke Menschen beim Sport angestarrt und kommentiert werden. Anstrengender als jedes fucking Training sind die Blicke, wenn ich aus dem Fitnessstudio komme oder reingehe. Wenn ich Sportbekleidung kaufe(n will).
Mir ist mein Leben lang eingeredet und signalisiert worden, dass mein Körper ein Problem ist. Dass Fettsein ein Problem ist – nicht „gesundheitlich“ sondern gesellschaftlich. Das fette Körper nicht liebenswert sind. Nicht schön. Dass Menschen, die Fett sind, keinen Respekt verdient haben.
Sag mir, wie ich das in all den Jahren nicht hätte verinnerlichen sollen.
Wie sollen Menschen, die mit nicht normativen Idealkörpern in dieser Welt existieren, nicht den Eindruck kriegen, dass sie wertlos sind? Wie wir keine psychischen Schwierigkeiten bekommen, wenn ein großer Teil unserer Sichtbarkeit nur als Problem angesehen wird?
Wie soll sich das schon anfühlen, wenn einem ein Zahnarzt Diättipps gibt, obwohl mit den Zähnen alles völlig in Ordnung ist?
Wenn man keine richtigen Diagnosen bekommt, weil die aufgesuchten Ärzt:innen erstmal eine Gewichtsreduktion vorschlagen?
Wenn man für gesunden Einkauf, zuckerfreie Getränke oder Sport angestarrt wird?
Wenn man seinen Körper mit mehr Stoff bedeckt, als es sich gut anfühlt, weil man die Blicke nicht erträgt?
Wenn man „all der guten Ratschläge“ zum Trotz keine dauerhafte Gewichtsreduktion schafft?
Versteht mich nicht falsch.
Jeder Mensch kann ein beschissenes Körpergefühl haben, denn mittlerweile sind fast alle Menschen von Körpernormierungen betroffen. Aber dünne, weiße, able-bodied Menschen haben KEINEN Schimmer wie es ist, als nicht-weiße, nicht-dünne, nicht-able-bodied Person in unserer Gesellschaft zu leben.
Sie haben keinen Schimmer, was ihr „#bodypositivity“ unter ihrem „hihihi, ich hab mich getraut fast nichts zu tragen bei einem Fotoshooting mit meinem weißen Normkörper“-Foto für ein Bild hervorruft.
Dieser Post ist mir unangenehm.
Weil ich verlernt habe, mich zu lieben und zu respektieren.
Weil ich auf Menschen gehört habe, die keine Ahnung von meinem Körper oder meiner Gesundheit haben.
Weil ich an zu vielen Tagen immer noch glaube auf Grund meines Körpers nicht liebenswert zu sein.
Weil ich nicht den Blick auf den Elefanten im Raum (mich) lenken will.
Weil ich mir selbst noch zu oft vorwerfe fett zu sein.
Weil er zeigt, dass ich nicht noch stärker bin.
Weil er beweist, wie sehr ich manchmal im toxischen Mythos von „The Good Fattie“ aufgehe.
Weil mein Körper zwar fett ist, aber weiß und ich able-bodied bin.
Weil ich „Glück“ mit meiner Fettverteilung und daher eine Taille und große Brüste habe.
Weil dieser Post wenig verhältnismäßig wenig differenziert und dafür um so persönlich ist.
Weil ich wirklich, wirklich nicht gerne über meinen Körper spreche. Denn wenn ich über meinen Körper spreche, dann tun es auch andere und erfahrungsgemäß sind diese Stimmen selten nett.
Dieser Post ist mir unangenehm.
Weil ich mit und zeitgleich gegen meinen Körper kämpfe.
Es ist mir unangenehm, über Fettfeindlichkeit zu schreiben, weil ich weiß, wie sie sich anfühlt und weil ich sie am liebsten wegignorieren möchte.
Es ist mir unangenehm, meinen Körper, der für mich sehr persönlich und intim ist, so ins Licht zu rücken, dass man wirklich alles daran sieht.
Es ist mir unangehm, meine Hülle anstatt meines Inhaltes zu besprechen.
Ich bin eine dicke, fette, plussize, mollige, curvy, moppelige, pummelige Person, die auf Bühnen steht, sichtbar ist und als Frau gelesen wird und ich bin SO UNFASSBAR pissed, dass das revolutionär ist.
Und ich bin noch viel, viel wütender, dass das als revolutionärer und stärker gesehen wird, als meine Gedanken, meine Ideen und meine Träume.
Mein Fettsein ist ein Teil von mir und nicht ich ein Teil meines Fettseins.

 

 

 

Danke.

 

Unbenannt

 

„Danke“

Manchmal um ein „verlegenes“ Emoji ergänzt oder ein Herz oder ein Ahornblatt.
„Danke“ als Antwort auf Komplimente, Danksagungen und einen Brief, den ich neulich von Alex bekommen habe.

Ich hätte gerne das Wort „selbstlos“ (Duden: Nicht auf den eigenen Vorteil bedacht; nicht eigennützig; die eigenen Bedürfnisse, Belange vernachlässigend) erfunden und es davor geschützt, dass es eine Art „Empore“ bekommt, sondern so beibehalten, wie es gemeint ist. Aber dann doch erweitert, denn es folgt einem Bedürfnis: Jede meiner Taten entspringt einem Bedürfnis, in dem Fall existierende Dinge so einfach wie möglich zusammen zu bringen und zur Verfügung zu stellen. Vielleicht bin ich in dem Fall eine Art Erfinder, der jedoch nichts Haptisches erfindet, sondern Impulse in der Hoffnung, dass sie Gutes bewirken. Ich sehe ungenutzte Potentiale wie Adern und Energieimpulse in sozialen Netzwerken und möchte sie abschöpfen, die Aufmerksamkeit der Nutzer auf etwas lenken, dass uns ggf. wieder auf andere Werte besinnen lässt. Hilfsbereitschaft, etwas mehr Selbstlosigkeit, Zuversicht, Hoffnung, Freude am Schenken und beschenkt werden. Ich brauche ein Wort, welches ausdrückt, dass man etwas macht, weil es aus einem raus muss, weil eine innere Stimme souffliert, dass man es tun muss und am liebsten hätte ich dann einfach nur, dass es angenommen wird, aber ohne Dank und Anerkennung des Menschen dahinter, in dem Falle meiner Person. Noch lieber hätte ich die Eigenschaft, mit dem Dank umgehen zu können, wie er ihn verdient hat.

Lieber Alex, Dein Brief hat mich wahnsinnig gefreut. Er hat unzählige Denkprozesse in Bewegung gesetzt. Er machte mich verlegen, sehr verletzlich und auch ein wenig stolz (letzteres ist ein recht neues Gefühl in meinem Gefühlsportfolio).

„Du versuchst aufzuklären, zu informieren und zu sensibilisieren, aber nicht zu missionieren. „

– das. Genau das erhoffe ich mir, denn weder bin ich ein Pionier noch in irgendwas extrem vorbildlich, ich lerne jeden Tag dazu, ich scheitere, probiere aus, lerne, falle auf die Nase, stehe wieder auf und versuche weiter. Lerne dabei wunderbare Menschen kennen und ihre Lebensweisen und Philosophien, in dem Fall ist das Internet ein Segen für mich – all das geballte Wissen, leider auch Halbwissen und die Erkenntnis und Freude darüber, dass ich viele „Komplizen“ habe, die sich auf diese Reise mit mir einlassen. Die Dinge mit mir gemeinsam ausprobieren, die mit mir scheitern, die Tipps geben und motivieren. Die neuen Sichtweisen aufzeigen und die mir vertrauen, ohne mich zu kennen. #hand2hand oder #wish2hand wären ohne etwas Grundvertrauen in das, was ich mir das ausgedacht habe, niemals was geworden. Dafür danke ich Dir – für all Deine Unterstützung ❤ und allen anderen auch.

Danke für Deine Zeit, Deine bewegenden, sensiblen Worte, die mich tiefer berührt haben, als ich mir das eingestehen möchte, aber werde. Denn auch das gehört zu meinem Prozess.

Weißt Du, ich habe so wunderbare Nachrichten von Menschen bekommen, die mir gedankt haben und ich saß davor, unfähig diesen Dank anzunehmen, wohl wissend, dass ich es diesen Menschen schuldig bin, zumindest zu antworten.

„Danke“

Manchmal um ein „verlegenes“ Emoji ergänzt oder ein Herz oder ein Ahornblatt.

Ich wünsche mir, dass ich eines Tages in der Lage sein werde, das besser zu machen.

Danke,
Deine Meg

 

Konsumwahnsinn.

Milben-Handstaubsauger, elektrischer Bodenwischer. Grobschmutztücher, Fenstertücher, Poliertücher, Fenstersauger, Trockentücher, elektrische Reingungsbürste, Fugenbürste, Premium-Staubtücher, Heizkörperbürste, Grobschmutz-Schuhsohlen-Reinigerbürste, Auto-Windschutzscheiben-Reiniger-Bürste, Flaschenreinngungsbälle …

Ich könnte jetzt stunden- oder seitenlang so weitermachen. Oder ich schreibe einfach „WTF“?

Versteht mich nicht falsch, ich mag gutes Werkzeug um Dinge sauber zu machen. Lappen, die nicht fusseln und einen Staubsauger, bei dem ich den Dreck nicht selbst aufheben und hineinwerfen muss. Was mich allerdings bei all diesen Produkten stört: Sie sind unnötig und vergleichbar mit dem CakePops-Maker, Waffeleisen, Sandwichmaker, Zuckerwattenmaschine, Popcornmaker, elektrischem Vakuum-Weinverschließer, etc. pp., schimmeln sie allesamt in den Tiefen der Küchenschränke. Kann mir ja egal sein, wenn man den Platz dafür hat, bitte schön. Doch dafür werden Ressourcen verschwendet.
Einerseits bietet der Kaffee-Riese, der vermutlich den geringsten Umsatz noch mit Kaffee macht, sehr viel Kleidung aus Bio-Baumwolle und unternimmt laut der Firmenwebsite viel zum Thema Nachhaltigkeit, andererseits all diese unnötigen Produkte aus Plastik, also aus Erdöl.

Ich bin 43 Jahre alt und schaffe es meine Wohnung mit Hilfe eines Staubsaugers, eine Wischmops inkl. faltbaren Wischeimers von Tchibo, einer Toilettenbürste und 3 Lappen sauber zu halten. 3 Lappen sind es, damit ich die Küche nicht mit dem gleichen sauber mache, wie die Toilette. 2 der Lappen sind ein alter Kissenbezug aus Baumwolle, den ich noch behalten habe, um bei Bedarf mehr Lappen daraus zu schneiden.

Ich schaffe es auch mich selbst sauber zu halten, ohne zig Geräte.

Sicher, manchmal träume ich von einem elektrischen Teleskop-Socken-Flusen-Entferner für zwischen den Zehen oder einem weichen Entpoppeler in einem zarten Mintgrün, aber ich finde auch, dass der Mensch Träume braucht.

Hand aufs Herz: Was hast Du Dir gekauft und was vermodert jetzt in Deinem Schrank?

Vielleicht wirst Du es ja bei Twitter mit dem #wish2hand los 🙂

#hand2hand2019

Wow.
2019 – herzlich willkommen zum 4. #hand2hand Adventskalender von euch für euch zu Gunsten von Heimatstern e.V.
Einige von euch kennen ihn schon, für viele ist er neu. Hier könnt ihr lesen, wir ihr mitmachen könnt und in welcher Form 🙂

Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine liebevoll handgefertigte* Besonderheit, die Du für einen guten Zweck ersteigern kann, nämlich für den besten Zweck der Welt: Menschenleben.
Du bekommst also zwei Geschenke: Das, was Du ersteigert hast und das gute Gefühl mit Deiner Spende etwas Wunderbare getan zu haben: Ein Menschenleben wieder lebenswert(er) gemacht oder gar gerettet zu haben, denn der komplette Erlös geht an Heimatstern e.V. – einen Verein, der unermüdlich mit jedem Euro (ohne Verwaltungsabzug) Tag für Tag Unglaubliches leistet.
Darüber kannst Du Dich auf der Website informieren, aber auch bei Facebook und Twitter.

Bereits zum 4. Mal geht dieser Kalender online und ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir auch dieses Jahr gemeinsam Menschen helfen wollen, die unsere Hilfe brauchen. Hier nun etwas konkreter, worum es geht und wie Du mitmachen kannst

Was ist #hand2hand?

Ein Adventskalender auf Twitter mit ❤
Bis zum 24.12. (startend am 30.11. um 21 Uhr) findest Du hinter jedem Türchen auf eBay etwas Handgefertigtes, das von 24 Wichteln eigens für diesen Kalender genäht, gehäkelt, gebacken, gekocht, gestrickt, geklöppelt, geschrieben, fotografiert, etc. wurde.
Diese Personen stellen das kostenlos zur Verfügung und übernehmen sogar den Versand (Inland D, sonst nach Absprache)

Wie kann ich bei #hand2hand mitmachen?

Das ist einfach: Du kannst selbst etwas herstellen (hier gerne etwas, das man nicht überall schon kaufen kann), backen, nähen, klöppeln, unterwassermundtuften, handwerklich bewerkstelligen, dann überleg Dir bitte was es sein könnte. Du kannst Umfragen unter Deinen Followern machen, was sie interessieren würde, was sie kaufen würden, was Du machen könntest oder Du sörberst hier im Blog in der Rubrik #hand2hand

Wenn Du Dir sicher bist, dass Du mitmachen willst und was Du anbieten möchtest

  • schreib mir bis zum 11.11.2019 eine E-Mail an meggyver@gmx.de mit dem Betreff „hand2hand“ und Deinem Nick/Twitternamen und sag mir bitte konkret, was Du beitragen möchtest (vielleicht hast Du bereits Bilder, die Du anhängen kannst) – bitte nicht über Twitter, WhatsApps, etc – nur über Mail, damit ich niemanden übersehe und den Überblick behalten kann 🙂
  •  bedenke bitte, dass Dein Werk im Dezember versandfertig sein muss, damit der glückliche Ersteigerer noch in der Weihnachtszeit Deine Besonderheit in den Händen halten kann
  • Du übernimmst die Herstellung, den Versand (Inland), die Bilder & Text, den Du mir bis Ende November zur Verfügung stellen musst, damit ich die Auktion bei eBay einstellen kann
  • Ich melde mich bei Dir nach dem 11.11. mit einer Zu- oder Absage
  • Bis zum 29.11. brauche ich dann eine Beschreibung Deines Angebots (liebevoll und plastisch, Du bist ja kreativ) und Bilder, damit ich die Auktionen bei eBay einstellen kann und diese pünktlich starten können. Das ist ein wenig Arbeit, weshalb dieser Punkt wichtig ist.

Ich sorge dafür, dass die Auktion pünktlich online geht, teile sie über Twitter, teile Dir nach erfolgreich beendeter Auktion den Namen des Glücklichen mit und Du versendest innerhalb von 3 Tagen Dein wundervolles Werk ❤

Heimatstern erhält sein Geld direkt vom Käufer über PayPal
Wie wird ausgewählt, wer mitmachen kann?
Es gibt 24 Türchen. Die Erfahrung der letzten Male zeigte, dass es mehr Anfragen gab, doch auch dieses Jahr wird es ein klassischer 24-Türchen-Kalender. Ich wähle aus allen Vorschlägen aus, stets bemüht, eine bunte Mischung an den Start zu bringen. An der Stelle möchte ich um Dein Verständnis und Vertrauen bitten, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen auswähle und durchaus auch Angebote leider ablehnen muss, wenn ich z.B. 5 Fotokalender angeboten bekomme oder der Erfahrung nach sagen kann, dass es nicht passt. Bitte sei nicht sauer oder enttäuscht, denn auch wenn das hart klingen mag, es geht an der Stelle nicht um persönliche Präferenzen, sondern eine möglichst vielfältige Mischung, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird. Wenn ich Dein Angebot ablehne (was nicht persönlich ist), kannst Du es dennoch über Twitter anbieten, wie es manch anderer bereits auch tut, nur bitte verwende hierfür nicht den #hand2hand – danke für Dein Verständnis. Ah, und *schweigefuchs* bis Dein Türchen online ist 😬
Wie komme ich an diese tollen Sachen?
Jeden Abend (beginnend am 30.11.) gegen 21 Uhr stelle ich ein Türchen live, dieses kannst Du auf meinem Twitter-Profil sehen. Das Türchen kommt in Form einer eBay-Auktion. Du brauchst also ein eBay-Konto und ein PayPal-Konto, denn das Geld geht danach direkt an Heimatstern e.V. Nachdem Du ein Türchen ersteigert hat, zahlst Du innerhalb von 24h an die bei eBay hinterlegte PayPal-Adresse (Heimatstern) und ich gebe Deine Anschrift an den Versender. Es fallen bei eBay keine Gebühren an, da ich mich mit dem Konto bei eBay Charity beworben und angemeldet habe – danke nochmal hierfür, eBay! ❤ Jeder Spender bekommt auf Wunsch eine Spendenquittung von Heimatstern ausgestellt.
Warum sollte man so viel Geld für ne Mütze/Zeichnung/Kekse, etc. ausgeben?
Musst Du nicht 🙂 Das ist die eine Sichtweise. Eine Freundin hat das sinngemäß folgendermaßen beantwortet: In erster Linie hilft man mit einer Spende Gutes zu tun und bekommt noch etwas Wundervolles dazu
Ich habe weder eBay noch PayPal

Das macht nichts, wenn Du helfen möchtest, kannst Du das tun indem Du

  • Die Türchen jeden Tag bei Twitter teilst (retweetest) und Deinen Freunden und Bekannten von der Aktion erzählst (über WhatsApp, bei Facebook, E-Mail, Luftpost, Flaschenpost (nur bei genügend Strömung), etc.
  • direkt spendest – und hier gibt es viele einfache Möglichkeiten, z.B. über eine Amazon-Wunschliste, die Heimatstern nach Bedarf immer wieder aktualisiert
  • Indem Du z.B. Deine Einkäufe bei Amazon über Amazon Smile machst und dort Heimatstern hinterlegst, so zahlt Amazon eine Spende für jeden Deiner Käufe
  • eine der vielen anderen Möglichkeiten nutzt

Kann ich das steuerlich absetzen?

Ja, wenn Du zu einem der glücklichen Käufer gehörst, wird Dir Heimatstern auf Wunsch eine Spendenquittung ausstellen. Falls es noch Fragen gibt, gerne hier in den Kommentaren oder über Twitter ❤ Ich freue mich sehr auf #hand2hand2019
Meg
Wer Interesse hat, kann hier nachlesen, wie #hand2hand2018 gelaufen ist.

Danke MelanieGywer für den Header!

Beginnings.

You start dying slowly
if you do not travel,
if you do not read,
If you do not listen to the sounds of life,
If you do not appreciate yourself.

You start dying slowly
When you kill your self-esteem;
When you do not let others help you.

You start dying slowly
If you become a slave of your habits,
Walking everyday on the same paths…
If you do not change your routine,
If you do not wear different colours
Or you do not speak to those you don’t know.

You start dying slowly
If you avoid to feel passion
And their turbulent emotions;
Those which make your eyes glisten
And your heart beat fast.

You start dying slowly
If you do not change your life when you are not satisfied with your job, or with your love,
If you do not risk what is safe for the uncertain,
If you do not go after a dream,
If you do not allow yourself,
At least once in your lifetime,
To run away from sensible advice.

– Martha Medeiros

 

Was sollen die Leute sagen?

Ich bin in der „Was sollen die Leute sagen?“-Gesellschaft aufgewachsen und stelle heute im Erwachsenenalter fest, dass sich daran wenig geändert hat.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre dies vielen Menschen gerade Recht, ihr Leben nach aufdiktierten Normen zu leben, angepasst, vorgezeichnet, ohne, dass man sich selbst groß Gedanken machen muss. Solange man morgens anzieht, was Mutti rausgelegt hat, wird alles gut werden, denn Mutti hat selbst gelernt und weiß, was es zu tragen gilt, damit man nicht zur Angriffsfläche wird. Und es ist ja auch so viel bequemer, statt die eigene Persönlichkeit zu entwickeln, einfach nach Schema F zu handeln.

Wie ich auf dieses Thema komme? Ich lief heute über den Friedhof, als mir dieser gelbe Aufkleber ins Auge stach und meine Aufmerksamkeit auf sich zog:

Den Rest des Spaziergangs dachte ich darüber nach, für wen man – total pragmatisch betrachtet – ein Grab pflegt. Für den Toten? Hand aufs Herz: Für das, was dort noch liegt, ganz sicher nicht. Für das Andenken der verstorbenen Person? Womöglich. Es soll Menschen geben, die diesen Ort brauchen. Doch vor allem machen wir es, weil es andere machen. Meine Oma hatte einen festen Plan, nachdem Opa verstorben ist, wann welche Blumen zu pflanzen seien, wann welche Kerzen zu leuchten haben, wie oft der Stein poliert werden musste. Damals in Polen wurden Tage vor Allerheiligen die Gräber auf Vordermann gebracht, als ginge es einen Preis für das schmuckeste zu gewinnen. Ich saß auf einem Handtuch auf den Grabstein und zeichnete mit sorgfältiger Pinselführung und goldener Farbe die Buchstaben nach, auf dass sie einwandfrei glänzten.

Ich brauche einen solchen Ort nicht. Den habe ich in mir und das ist kein Kitsch, das sind meine Erinnerungen, die ich hege und pflege, deren Buchstaben ich sorgfältig nachzeichne, damit sie nicht verblassen.

Schon recht früh hatte ich meine Schwierigkeiten damit, Dinge zu tun, die man mir nicht logisch erklären konnte, die ich nicht nachvollziehen konnte, wie in etwa:

„Hör auf, Gott zu hinterfragen, was soll der Pfarrer denken?
Nachher heißt es, wir hätten Dich schlecht/falsch erzogen.“

Dabei wollte ich nur wissen, wo Gottes Eltern sind, weshalb der Pfarrer in der Tat meine Eltern zur Rede stellte und ich sehr hart bestraft worden bin.

Wir durften niemals die letzten sonntags in der Kirche sein, sonst hätte man uns nachgesagt, nicht gläubig zu sein.

Es wurde geduldet, dass Kinder und Frauen geschlagen wurden, denn über sowas spricht man nicht. Was sollen die Leute sagen? Was in den eigenen 4 Wänden passiert, hat diese gefälligst nicht zu verlassen.

Man verlässt den säufenden und hurenden Mann nicht. Was sollen die Leute sagen?
Man treibt nicht ab, wenn man zum xten Mann vom eigenen Mann vergewaltigt worden ist und das 6. Kind bekommt, obwohl schon für die ersten 5 kein Geld da ist. Was sollen die Leute sagen? Und der Pfarrer! Todsünde!

Man tritt nicht aus der Kirche aus, obwohl der eigene Sohn verhaltensauffällig geworden ist, seit es ein Ministrant und und die Mutter anbettelt, nicht mehr hingehen zu müssen. Was sollen die Leute sagen?

Man geht aber auch nicht 5x am Tag auf Klo, wenn man Durchfall hat, denn was sollen die Leute sagen, wenn der Scheissewagen mehr als 1x im Monat kommen muss, um die Grube zu leeren?

Mann geht nicht zum Arzt, wenn einem der Druck auf der Arbeit den Schlaf raubt und einen umtreibt, bis man nur noch Galle kotzt. Erst recht nicht als Mann. Männer kriegen keinen burn out! Was sollen die Leute sagen?

Man macht jeden Trend und Hunger-Hype in sozialen Netzwerken mit, denn was sollen sonst die Follower sagen?

Man marschiert mit erhobener rechter Hand, denn was sollen die Kameraden sagen?

Und dann stirbt man. Aber nicht ohne dafür Sorge zu tragen, dass sich jemand um das verfickte Grab kümmert. Auch wenn von all den Menschen, die man nicht kennt und nach deren angeblicher Meinung man sein Leben ausgerichtet und verpasst hat, die meisten tot sind. Weil sie ihre schlagenden Ehemänner, vergewaltigenden Pfarrer, schlagenden Eltern nicht mehr ertragen haben.