Fett – ein Gastbeitrag

Das hier ist ein Gastbeitrag von Suse Bock-Springer. Sie hat ihn auf ihrer Facebook-Seite geschrieben und ich darf ihn mit ihrer Erlaubnis hier abbilden:

CN: Fettfeindlichkeit, Essen, Körpernormierung, sexualisierte Gewalt
Dieser Post ist mir unangenehm und wird mir auch am Ende noch unangenehm sein. Denn ich spreche nicht gerne über meinen Körper. Warum…? Naja…
Ich war seit ich denken kann das dicke Mädchen. Und das, obwohl ich nicht immer das dicke Mädchen war.
Ich komme aus einer Familie in der es einige dicke oder fette Menschen gibt.
Ich komme aus einem Umfeld, in dem es abseits von mir kaum Personen unter 40 Jahren gab, die dick oder fett waren.
Ich lebe noch immer in einer Gesellschaft, die von Erwartungshaltungen an Körper geprägt ist, insbesondere an Körper, die weiblich gelesen werden.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Fettsein mit Hässlichkeit gleichgesetzt wird. Einer Gesellschaft, in der es für weiblich gelesene Personen fast nichts schlimmeres gibt, als fett beziehungsweise hässlich zu sein. Ich komme aus einer Gesellschaft der Diätkultur, der Körpernegativität, der Oberflächlichkeit, der Normierung von Oberflächen.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Frauen auf die Frage, was sie bei Online-Dating am meisten befürchten, antworten „ich hab Angst ermordet oder vergewaltigt zu werden“ und Männer antworten auf die gleiche Frage: „Dass sie fett ist.“
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der Frauen ohne Normkörper gesagt wird, sie müssten froh sein für sexualisierte Gewalt und Übergriffe, weil sie sonst ja keiner anpackt.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in der von klein auf mein Essverhalten beeinflusst und kritisiert wurde. Zu viel, zu wenig, nicht das richtig.
Ich komme und lebe in einer Gesellschaft, in der eine zuckerfreie Cola zu bestellen belächelt und kritisiert wird, weil man sich ja auch mal was gönnen muss. Außer, man sieht aus wie ich. Dann kann man weder zuckerfreie Cola, noch Cola mit Zucker, noch Wasser bestellen, denn EGAL, was eine Person mit einem Körper wie meinem bestellt, es kommen Fragen.
„Bist Du auf Diät?“
„Bist Du sicher, dass Du das (noch) trinken/ essen willst/solltest?“
„Findest Du es nicht unsinnig eine zuckerfreie Cola dazu zu bestellen?“
„Findest Du nicht, dass darauf lieber verzichten solltest?“
„Wieso isst Du denn Salat?“
„Wieso isst Du?“
„Wieso isst Du das?“
„Wieso isst Du das jetzt nicht?“
Ein Bühnenbekannter von mir, Grollinger von Groll, schrieb irgendwann mal in einem Post, er habe an einem Bahnsteig einen Burger gegessen und sei dafür angefeindet worden.
Ich kenne diese Geschichten nicht nur von mir. Ich kenne sie von fast allen dicken Personen, mit denen ich mehr als drei Worte gewechselt habe. Ich kenne sie seit ich denken kann und das, obwohl ich nicht immer „übergewichtig“ war.
Mir ist von klein auf suggeriert worden, dass NICHTS an meinem Körper richtig ist, so wie es ist. Dass nichts an meinem Essverhalten richtig ist. Dass ich zu viel Platz wegnehme.
Ich hatte keine realistische Chance, ein realistisches Körpergefühl oder Essverhalten zu entwickeln.
Ich lebe in einer Gesellschaft, die aktuell eine globale Pandemie erlebt. In einer Gesellschaft, in der darüber gewitzelt wird, dass man „fett geworden sei“ während Corona und wie schlimm man das fände. In einer Gesellschaft in der jedes Jahr zum 1.1. mit „endlich einen Beachbody“ Menschen in Verträge für Fitnessstudios, Nahrungsergänzungsmittelabos, Sportklamotten und Scham eingeworben werden.
Ich lebe in einer Gesellschaft, in denen Apps existieren, in denen fette Körper vom Logarithmus verborgen werden. In denen vermeintliche Idealnormkörper mit dem #bodypositivity Fitnesstrainer:innen bewerben.
Ich lebe in einer Gesellschaft, die mich anstarrt, wenn ich im öffentlichen Raum esse. In einer Gesellschaft, die mir vorschreibt mit dieser oder jener Fettverteilung dieses oder jenes Kleidungsstück lieber nicht zu tragen.
Körper sind das erste, das man als sehende Person an einer anderen Person sieht. Aus der Entfernung oder der Nähe. Wir sehen Körper.
Wir sehen Hautfarbe, wir sehen Körperform, wir sehen Behaarung.
Wir reagieren auf Hautfarbe und Körperform und Behaarung.
Wir urteilen aufgrund von Hautfarbe und Körperform und Behaarung.
Wir vermuten Geschlecht.
Als weiblich gelesene Person fett und oder „haarig“ zu sein, ist auf so vielen Ebenen fast unerträglich. Egal, wie klug, witzig, schön, differenziert, stark oder freundlich ich bin, ich bin immer noch fett. Immer noch da, immer noch zu viel.
Ich kann nicht unsichtbar sein, ich habe es versucht.
Ich habe Worte über mich und meinen Körper gehört, die niemand hören sollte von Leuten, die mich gar nicht oder auch sehr gut kannten.
Ich habe lange Hosen und Ärmel getragen, bei über 30 Grad, um niemandem meinen Körper zuzumuten.
Ich habe Kissen vor dem Bauch, wenn ich sitze.
Mache Fotos von oben, überstrecke mein Kinn, damit mein Gesicht schlanker wirkt.
Ich habe versucht mich daran zu erinnern, wann ich damit angefangen habe. Habe versucht mich an das erste Mal „nein, nein, ich trage lieber was dunkles als was buntes“ mit irgendeiner Ausrede zu erinnern. Ich habe versucht, mich an das erste Mal „ich darf jetzt nichts essen“ zu erinnern. An das erste Mal „nein, ich mag den Geschmack von zuckerfreier Cola lieber“. An das erste Mal „ich steh‘ lieber ganz hinten auf dem Foto“. An das erste Mal „nein, ich will lieber nicht auf dem Foto mit drauf sein.“ An das erste Mal „ich verdiene es nicht, dass Personen mich mögen, so wie ich aussehe.“ An das erste Mal „ich kann nicht glauben, dass Du mit mir sprichst, ich bin viel zu fett!“.
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Ich habe die Fettfeindlichkeit und Körpernegativität, die mir in über 30 Jahren meines Lebens entgegengeschlagen ist, so sehr verinnerlicht, dass ich mittlerweile gezuckerte Cola zu süß finde, das klebt mir zu sehr.
Ich trage mittlerweile aus Überzeugung schwarz, weil ich glaube, dass es mir besser steht.
Und es ist nur ein Bruchteil an übernommenen Fettfeindlichkeiten, die ich in mir trage.
Ich kann die Schönheit anderer, vielfältiger Körper so sehr schätzen, meine nicht, weil ich kaum erlebt habe, dass mein Körper liebenswert oder wenigestens respektabel ist.
Und das ist so abgefuckt.
Ich bin so wütend, auch auf mich, weil ich Teile diese Feindlichkeiten so sehr in mich aufgenommen habe.
Ich bin wütend, dass ich Kissen vor dem Bauch halte, mich kleiner mache, versuche keinen Platz wegzunehmen, mich nicht traue, schwimmen zu gehen, wenn da viele Leute sind, mich auf Fotos von Veranstaltungen nicht anschauen mag, manchmal nicht mal in den Spiegel schauen kann.
Aber ich bin noch viel wütender auf und verletzter von Menschen, die diese Feindlichkeiten aufrecht erhalten. Die Dünnsein als Norm ansehen. Die glauben, sie wüssten etwas über mich, wenn sie meinen Körper sehen. Die glauben, „Du bist nicht fett, Du bist voll hübsch“ wäre ein Kompliment.
Dünne Personen, die sagen, dass „sie sich auch nicht immer in ihrem Körper wohlfühlen“. Die behaupten, dass nur ein bisschen Sport und so schon voll viel HELFEN würden.
Ein bisschen Sport. Fick Dich. Weißt Du, wie dicke Menschen beim Sport angestarrt und kommentiert werden. Anstrengender als jedes fucking Training sind die Blicke, wenn ich aus dem Fitnessstudio komme oder reingehe. Wenn ich Sportbekleidung kaufe(n will).
Mir ist mein Leben lang eingeredet und signalisiert worden, dass mein Körper ein Problem ist. Dass Fettsein ein Problem ist – nicht „gesundheitlich“ sondern gesellschaftlich. Das fette Körper nicht liebenswert sind. Nicht schön. Dass Menschen, die Fett sind, keinen Respekt verdient haben.
Sag mir, wie ich das in all den Jahren nicht hätte verinnerlichen sollen.
Wie sollen Menschen, die mit nicht normativen Idealkörpern in dieser Welt existieren, nicht den Eindruck kriegen, dass sie wertlos sind? Wie wir keine psychischen Schwierigkeiten bekommen, wenn ein großer Teil unserer Sichtbarkeit nur als Problem angesehen wird?
Wie soll sich das schon anfühlen, wenn einem ein Zahnarzt Diättipps gibt, obwohl mit den Zähnen alles völlig in Ordnung ist?
Wenn man keine richtigen Diagnosen bekommt, weil die aufgesuchten Ärzt:innen erstmal eine Gewichtsreduktion vorschlagen?
Wenn man für gesunden Einkauf, zuckerfreie Getränke oder Sport angestarrt wird?
Wenn man seinen Körper mit mehr Stoff bedeckt, als es sich gut anfühlt, weil man die Blicke nicht erträgt?
Wenn man „all der guten Ratschläge“ zum Trotz keine dauerhafte Gewichtsreduktion schafft?
Versteht mich nicht falsch.
Jeder Mensch kann ein beschissenes Körpergefühl haben, denn mittlerweile sind fast alle Menschen von Körpernormierungen betroffen. Aber dünne, weiße, able-bodied Menschen haben KEINEN Schimmer wie es ist, als nicht-weiße, nicht-dünne, nicht-able-bodied Person in unserer Gesellschaft zu leben.
Sie haben keinen Schimmer, was ihr „#bodypositivity“ unter ihrem „hihihi, ich hab mich getraut fast nichts zu tragen bei einem Fotoshooting mit meinem weißen Normkörper“-Foto für ein Bild hervorruft.
Dieser Post ist mir unangenehm.
Weil ich verlernt habe, mich zu lieben und zu respektieren.
Weil ich auf Menschen gehört habe, die keine Ahnung von meinem Körper oder meiner Gesundheit haben.
Weil ich an zu vielen Tagen immer noch glaube auf Grund meines Körpers nicht liebenswert zu sein.
Weil ich nicht den Blick auf den Elefanten im Raum (mich) lenken will.
Weil ich mir selbst noch zu oft vorwerfe fett zu sein.
Weil er zeigt, dass ich nicht noch stärker bin.
Weil er beweist, wie sehr ich manchmal im toxischen Mythos von „The Good Fattie“ aufgehe.
Weil mein Körper zwar fett ist, aber weiß und ich able-bodied bin.
Weil ich „Glück“ mit meiner Fettverteilung und daher eine Taille und große Brüste habe.
Weil dieser Post wenig verhältnismäßig wenig differenziert und dafür um so persönlich ist.
Weil ich wirklich, wirklich nicht gerne über meinen Körper spreche. Denn wenn ich über meinen Körper spreche, dann tun es auch andere und erfahrungsgemäß sind diese Stimmen selten nett.
Dieser Post ist mir unangenehm.
Weil ich mit und zeitgleich gegen meinen Körper kämpfe.
Es ist mir unangenehm, über Fettfeindlichkeit zu schreiben, weil ich weiß, wie sie sich anfühlt und weil ich sie am liebsten wegignorieren möchte.
Es ist mir unangenehm, meinen Körper, der für mich sehr persönlich und intim ist, so ins Licht zu rücken, dass man wirklich alles daran sieht.
Es ist mir unangehm, meine Hülle anstatt meines Inhaltes zu besprechen.
Ich bin eine dicke, fette, plussize, mollige, curvy, moppelige, pummelige Person, die auf Bühnen steht, sichtbar ist und als Frau gelesen wird und ich bin SO UNFASSBAR pissed, dass das revolutionär ist.
Und ich bin noch viel, viel wütender, dass das als revolutionärer und stärker gesehen wird, als meine Gedanken, meine Ideen und meine Träume.
Mein Fettsein ist ein Teil von mir und nicht ich ein Teil meines Fettseins.

 

 

 

Danke.

 

Unbenannt

 

„Danke“

Manchmal um ein „verlegenes“ Emoji ergänzt oder ein Herz oder ein Ahornblatt.
„Danke“ als Antwort auf Komplimente, Danksagungen und einen Brief, den ich neulich von Alex bekommen habe.

Ich hätte gerne das Wort „selbstlos“ (Duden: Nicht auf den eigenen Vorteil bedacht; nicht eigennützig; die eigenen Bedürfnisse, Belange vernachlässigend) erfunden und es davor geschützt, dass es eine Art „Empore“ bekommt, sondern so beibehalten, wie es gemeint ist. Aber dann doch erweitert, denn es folgt einem Bedürfnis: Jede meiner Taten entspringt einem Bedürfnis, in dem Fall existierende Dinge so einfach wie möglich zusammen zu bringen und zur Verfügung zu stellen. Vielleicht bin ich in dem Fall eine Art Erfinder, der jedoch nichts Haptisches erfindet, sondern Impulse in der Hoffnung, dass sie Gutes bewirken. Ich sehe ungenutzte Potentiale wie Adern und Energieimpulse in sozialen Netzwerken und möchte sie abschöpfen, die Aufmerksamkeit der Nutzer auf etwas lenken, dass uns ggf. wieder auf andere Werte besinnen lässt. Hilfsbereitschaft, etwas mehr Selbstlosigkeit, Zuversicht, Hoffnung, Freude am Schenken und beschenkt werden. Ich brauche ein Wort, welches ausdrückt, dass man etwas macht, weil es aus einem raus muss, weil eine innere Stimme souffliert, dass man es tun muss und am liebsten hätte ich dann einfach nur, dass es angenommen wird, aber ohne Dank und Anerkennung des Menschen dahinter, in dem Falle meiner Person. Noch lieber hätte ich die Eigenschaft, mit dem Dank umgehen zu können, wie er ihn verdient hat.

Lieber Alex, Dein Brief hat mich wahnsinnig gefreut. Er hat unzählige Denkprozesse in Bewegung gesetzt. Er machte mich verlegen, sehr verletzlich und auch ein wenig stolz (letzteres ist ein recht neues Gefühl in meinem Gefühlsportfolio).

„Du versuchst aufzuklären, zu informieren und zu sensibilisieren, aber nicht zu missionieren. „

– das. Genau das erhoffe ich mir, denn weder bin ich ein Pionier noch in irgendwas extrem vorbildlich, ich lerne jeden Tag dazu, ich scheitere, probiere aus, lerne, falle auf die Nase, stehe wieder auf und versuche weiter. Lerne dabei wunderbare Menschen kennen und ihre Lebensweisen und Philosophien, in dem Fall ist das Internet ein Segen für mich – all das geballte Wissen, leider auch Halbwissen und die Erkenntnis und Freude darüber, dass ich viele „Komplizen“ habe, die sich auf diese Reise mit mir einlassen. Die Dinge mit mir gemeinsam ausprobieren, die mit mir scheitern, die Tipps geben und motivieren. Die neuen Sichtweisen aufzeigen und die mir vertrauen, ohne mich zu kennen. #hand2hand oder #wish2hand wären ohne etwas Grundvertrauen in das, was ich mir das ausgedacht habe, niemals was geworden. Dafür danke ich Dir – für all Deine Unterstützung ❤ und allen anderen auch.

Danke für Deine Zeit, Deine bewegenden, sensiblen Worte, die mich tiefer berührt haben, als ich mir das eingestehen möchte, aber werde. Denn auch das gehört zu meinem Prozess.

Weißt Du, ich habe so wunderbare Nachrichten von Menschen bekommen, die mir gedankt haben und ich saß davor, unfähig diesen Dank anzunehmen, wohl wissend, dass ich es diesen Menschen schuldig bin, zumindest zu antworten.

„Danke“

Manchmal um ein „verlegenes“ Emoji ergänzt oder ein Herz oder ein Ahornblatt.

Ich wünsche mir, dass ich eines Tages in der Lage sein werde, das besser zu machen.

Danke,
Deine Meg

 

Konsumwahnsinn.

Milben-Handstaubsauger, elektrischer Bodenwischer. Grobschmutztücher, Fenstertücher, Poliertücher, Fenstersauger, Trockentücher, elektrische Reingungsbürste, Fugenbürste, Premium-Staubtücher, Heizkörperbürste, Grobschmutz-Schuhsohlen-Reinigerbürste, Auto-Windschutzscheiben-Reiniger-Bürste, Flaschenreinngungsbälle …

Ich könnte jetzt stunden- oder seitenlang so weitermachen. Oder ich schreibe einfach „WTF“?

Versteht mich nicht falsch, ich mag gutes Werkzeug um Dinge sauber zu machen. Lappen, die nicht fusseln und einen Staubsauger, bei dem ich den Dreck nicht selbst aufheben und hineinwerfen muss. Was mich allerdings bei all diesen Produkten stört: Sie sind unnötig und vergleichbar mit dem CakePops-Maker, Waffeleisen, Sandwichmaker, Zuckerwattenmaschine, Popcornmaker, elektrischem Vakuum-Weinverschließer, etc. pp., schimmeln sie allesamt in den Tiefen der Küchenschränke. Kann mir ja egal sein, wenn man den Platz dafür hat, bitte schön. Doch dafür werden Ressourcen verschwendet.
Einerseits bietet der Kaffee-Riese, der vermutlich den geringsten Umsatz noch mit Kaffee macht, sehr viel Kleidung aus Bio-Baumwolle und unternimmt laut der Firmenwebsite viel zum Thema Nachhaltigkeit, andererseits all diese unnötigen Produkte aus Plastik, also aus Erdöl.

Ich bin 43 Jahre alt und schaffe es meine Wohnung mit Hilfe eines Staubsaugers, eine Wischmops inkl. faltbaren Wischeimers von Tchibo, einer Toilettenbürste und 3 Lappen sauber zu halten. 3 Lappen sind es, damit ich die Küche nicht mit dem gleichen sauber mache, wie die Toilette. 2 der Lappen sind ein alter Kissenbezug aus Baumwolle, den ich noch behalten habe, um bei Bedarf mehr Lappen daraus zu schneiden.

Ich schaffe es auch mich selbst sauber zu halten, ohne zig Geräte.

Sicher, manchmal träume ich von einem elektrischen Teleskop-Socken-Flusen-Entferner für zwischen den Zehen oder einem weichen Entpoppeler in einem zarten Mintgrün, aber ich finde auch, dass der Mensch Träume braucht.

Hand aufs Herz: Was hast Du Dir gekauft und was vermodert jetzt in Deinem Schrank?

Vielleicht wirst Du es ja bei Twitter mit dem #wish2hand los 🙂

#hand2hand2019

Wow.
2019 – herzlich willkommen zum 4. #hand2hand Adventskalender von euch für euch zu Gunsten von Heimatstern e.V.
Einige von euch kennen ihn schon, für viele ist er neu. Hier könnt ihr lesen, wir ihr mitmachen könnt und in welcher Form 🙂

Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine liebevoll handgefertigte* Besonderheit, die Du für einen guten Zweck ersteigern kann, nämlich für den besten Zweck der Welt: Menschenleben.
Du bekommst also zwei Geschenke: Das, was Du ersteigert hast und das gute Gefühl mit Deiner Spende etwas Wunderbare getan zu haben: Ein Menschenleben wieder lebenswert(er) gemacht oder gar gerettet zu haben, denn der komplette Erlös geht an Heimatstern e.V. – einen Verein, der unermüdlich mit jedem Euro (ohne Verwaltungsabzug) Tag für Tag Unglaubliches leistet.
Darüber kannst Du Dich auf der Website informieren, aber auch bei Facebook und Twitter.

Bereits zum 4. Mal geht dieser Kalender online und ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir auch dieses Jahr gemeinsam Menschen helfen wollen, die unsere Hilfe brauchen. Hier nun etwas konkreter, worum es geht und wie Du mitmachen kannst

Was ist #hand2hand?

Ein Adventskalender auf Twitter mit ❤
Bis zum 24.12. (startend am 30.11. um 21 Uhr) findest Du hinter jedem Türchen auf eBay etwas Handgefertigtes, das von 24 Wichteln eigens für diesen Kalender genäht, gehäkelt, gebacken, gekocht, gestrickt, geklöppelt, geschrieben, fotografiert, etc. wurde.
Diese Personen stellen das kostenlos zur Verfügung und übernehmen sogar den Versand (Inland D, sonst nach Absprache)

Wie kann ich bei #hand2hand mitmachen?

Das ist einfach: Du kannst selbst etwas herstellen (hier gerne etwas, das man nicht überall schon kaufen kann), backen, nähen, klöppeln, unterwassermundtuften, handwerklich bewerkstelligen, dann überleg Dir bitte was es sein könnte. Du kannst Umfragen unter Deinen Followern machen, was sie interessieren würde, was sie kaufen würden, was Du machen könntest oder Du sörberst hier im Blog in der Rubrik #hand2hand

Wenn Du Dir sicher bist, dass Du mitmachen willst und was Du anbieten möchtest

  • schreib mir bis zum 11.11.2019 eine E-Mail an meggyver@gmx.de mit dem Betreff „hand2hand“ und Deinem Nick/Twitternamen und sag mir bitte konkret, was Du beitragen möchtest (vielleicht hast Du bereits Bilder, die Du anhängen kannst) – bitte nicht über Twitter, WhatsApps, etc – nur über Mail, damit ich niemanden übersehe und den Überblick behalten kann 🙂
  •  bedenke bitte, dass Dein Werk im Dezember versandfertig sein muss, damit der glückliche Ersteigerer noch in der Weihnachtszeit Deine Besonderheit in den Händen halten kann
  • Du übernimmst die Herstellung, den Versand (Inland), die Bilder & Text, den Du mir bis Ende November zur Verfügung stellen musst, damit ich die Auktion bei eBay einstellen kann
  • Ich melde mich bei Dir nach dem 11.11. mit einer Zu- oder Absage
  • Bis zum 29.11. brauche ich dann eine Beschreibung Deines Angebots (liebevoll und plastisch, Du bist ja kreativ) und Bilder, damit ich die Auktionen bei eBay einstellen kann und diese pünktlich starten können. Das ist ein wenig Arbeit, weshalb dieser Punkt wichtig ist.

Ich sorge dafür, dass die Auktion pünktlich online geht, teile sie über Twitter, teile Dir nach erfolgreich beendeter Auktion den Namen des Glücklichen mit und Du versendest innerhalb von 3 Tagen Dein wundervolles Werk ❤

Heimatstern erhält sein Geld direkt vom Käufer über PayPal
Wie wird ausgewählt, wer mitmachen kann?
Es gibt 24 Türchen. Die Erfahrung der letzten Male zeigte, dass es mehr Anfragen gab, doch auch dieses Jahr wird es ein klassischer 24-Türchen-Kalender. Ich wähle aus allen Vorschlägen aus, stets bemüht, eine bunte Mischung an den Start zu bringen. An der Stelle möchte ich um Dein Verständnis und Vertrauen bitten, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen auswähle und durchaus auch Angebote leider ablehnen muss, wenn ich z.B. 5 Fotokalender angeboten bekomme oder der Erfahrung nach sagen kann, dass es nicht passt. Bitte sei nicht sauer oder enttäuscht, denn auch wenn das hart klingen mag, es geht an der Stelle nicht um persönliche Präferenzen, sondern eine möglichst vielfältige Mischung, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird. Wenn ich Dein Angebot ablehne (was nicht persönlich ist), kannst Du es dennoch über Twitter anbieten, wie es manch anderer bereits auch tut, nur bitte verwende hierfür nicht den #hand2hand – danke für Dein Verständnis. Ah, und *schweigefuchs* bis Dein Türchen online ist 😬
Wie komme ich an diese tollen Sachen?
Jeden Abend (beginnend am 30.11.) gegen 21 Uhr stelle ich ein Türchen live, dieses kannst Du auf meinem Twitter-Profil sehen. Das Türchen kommt in Form einer eBay-Auktion. Du brauchst also ein eBay-Konto und ein PayPal-Konto, denn das Geld geht danach direkt an Heimatstern e.V. Nachdem Du ein Türchen ersteigert hat, zahlst Du innerhalb von 24h an die bei eBay hinterlegte PayPal-Adresse (Heimatstern) und ich gebe Deine Anschrift an den Versender. Es fallen bei eBay keine Gebühren an, da ich mich mit dem Konto bei eBay Charity beworben und angemeldet habe – danke nochmal hierfür, eBay! ❤ Jeder Spender bekommt auf Wunsch eine Spendenquittung von Heimatstern ausgestellt.
Warum sollte man so viel Geld für ne Mütze/Zeichnung/Kekse, etc. ausgeben?
Musst Du nicht 🙂 Das ist die eine Sichtweise. Eine Freundin hat das sinngemäß folgendermaßen beantwortet: In erster Linie hilft man mit einer Spende Gutes zu tun und bekommt noch etwas Wundervolles dazu
Ich habe weder eBay noch PayPal

Das macht nichts, wenn Du helfen möchtest, kannst Du das tun indem Du

  • Die Türchen jeden Tag bei Twitter teilst (retweetest) und Deinen Freunden und Bekannten von der Aktion erzählst (über WhatsApp, bei Facebook, E-Mail, Luftpost, Flaschenpost (nur bei genügend Strömung), etc.
  • direkt spendest – und hier gibt es viele einfache Möglichkeiten, z.B. über eine Amazon-Wunschliste, die Heimatstern nach Bedarf immer wieder aktualisiert
  • Indem Du z.B. Deine Einkäufe bei Amazon über Amazon Smile machst und dort Heimatstern hinterlegst, so zahlt Amazon eine Spende für jeden Deiner Käufe
  • eine der vielen anderen Möglichkeiten nutzt

Kann ich das steuerlich absetzen?

Ja, wenn Du zu einem der glücklichen Käufer gehörst, wird Dir Heimatstern auf Wunsch eine Spendenquittung ausstellen. Falls es noch Fragen gibt, gerne hier in den Kommentaren oder über Twitter ❤ Ich freue mich sehr auf #hand2hand2019
Meg
Wer Interesse hat, kann hier nachlesen, wie #hand2hand2018 gelaufen ist.

Danke MelanieGywer für den Header!

Beginnings.

You start dying slowly
if you do not travel,
if you do not read,
If you do not listen to the sounds of life,
If you do not appreciate yourself.

You start dying slowly
When you kill your self-esteem;
When you do not let others help you.

You start dying slowly
If you become a slave of your habits,
Walking everyday on the same paths…
If you do not change your routine,
If you do not wear different colours
Or you do not speak to those you don’t know.

You start dying slowly
If you avoid to feel passion
And their turbulent emotions;
Those which make your eyes glisten
And your heart beat fast.

You start dying slowly
If you do not change your life when you are not satisfied with your job, or with your love,
If you do not risk what is safe for the uncertain,
If you do not go after a dream,
If you do not allow yourself,
At least once in your lifetime,
To run away from sensible advice.

– Martha Medeiros

 

Was sollen die Leute sagen?

Ich bin in der „Was sollen die Leute sagen?“-Gesellschaft aufgewachsen und stelle heute im Erwachsenenalter fest, dass sich daran wenig geändert hat.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre dies vielen Menschen gerade Recht, ihr Leben nach aufdiktierten Normen zu leben, angepasst, vorgezeichnet, ohne, dass man sich selbst groß Gedanken machen muss. Solange man morgens anzieht, was Mutti rausgelegt hat, wird alles gut werden, denn Mutti hat selbst gelernt und weiß, was es zu tragen gilt, damit man nicht zur Angriffsfläche wird. Und es ist ja auch so viel bequemer, statt die eigene Persönlichkeit zu entwickeln, einfach nach Schema F zu handeln.

Wie ich auf dieses Thema komme? Ich lief heute über den Friedhof, als mir dieser gelbe Aufkleber ins Auge stach und meine Aufmerksamkeit auf sich zog:

Den Rest des Spaziergangs dachte ich darüber nach, für wen man – total pragmatisch betrachtet – ein Grab pflegt. Für den Toten? Hand aufs Herz: Für das, was dort noch liegt, ganz sicher nicht. Für das Andenken der verstorbenen Person? Womöglich. Es soll Menschen geben, die diesen Ort brauchen. Doch vor allem machen wir es, weil es andere machen. Meine Oma hatte einen festen Plan, nachdem Opa verstorben ist, wann welche Blumen zu pflanzen seien, wann welche Kerzen zu leuchten haben, wie oft der Stein poliert werden musste. Damals in Polen wurden Tage vor Allerheiligen die Gräber auf Vordermann gebracht, als ginge es einen Preis für das schmuckeste zu gewinnen. Ich saß auf einem Handtuch auf den Grabstein und zeichnete mit sorgfältiger Pinselführung und goldener Farbe die Buchstaben nach, auf dass sie einwandfrei glänzten.

Ich brauche einen solchen Ort nicht. Den habe ich in mir und das ist kein Kitsch, das sind meine Erinnerungen, die ich hege und pflege, deren Buchstaben ich sorgfältig nachzeichne, damit sie nicht verblassen.

Schon recht früh hatte ich meine Schwierigkeiten damit, Dinge zu tun, die man mir nicht logisch erklären konnte, die ich nicht nachvollziehen konnte, wie in etwa:

„Hör auf, Gott zu hinterfragen, was soll der Pfarrer denken?
Nachher heißt es, wir hätten Dich schlecht/falsch erzogen.“

Dabei wollte ich nur wissen, wo Gottes Eltern sind, weshalb der Pfarrer in der Tat meine Eltern zur Rede stellte und ich sehr hart bestraft worden bin.

Wir durften niemals die letzten sonntags in der Kirche sein, sonst hätte man uns nachgesagt, nicht gläubig zu sein.

Es wurde geduldet, dass Kinder und Frauen geschlagen wurden, denn über sowas spricht man nicht. Was sollen die Leute sagen? Was in den eigenen 4 Wänden passiert, hat diese gefälligst nicht zu verlassen.

Man verlässt den säufenden und hurenden Mann nicht. Was sollen die Leute sagen?
Man treibt nicht ab, wenn man zum xten Mann vom eigenen Mann vergewaltigt worden ist und das 6. Kind bekommt, obwohl schon für die ersten 5 kein Geld da ist. Was sollen die Leute sagen? Und der Pfarrer! Todsünde!

Man tritt nicht aus der Kirche aus, obwohl der eigene Sohn verhaltensauffällig geworden ist, seit es ein Ministrant und und die Mutter anbettelt, nicht mehr hingehen zu müssen. Was sollen die Leute sagen?

Man geht aber auch nicht 5x am Tag auf Klo, wenn man Durchfall hat, denn was sollen die Leute sagen, wenn der Scheissewagen mehr als 1x im Monat kommen muss, um die Grube zu leeren?

Mann geht nicht zum Arzt, wenn einem der Druck auf der Arbeit den Schlaf raubt und einen umtreibt, bis man nur noch Galle kotzt. Erst recht nicht als Mann. Männer kriegen keinen burn out! Was sollen die Leute sagen?

Man macht jeden Trend und Hunger-Hype in sozialen Netzwerken mit, denn was sollen sonst die Follower sagen?

Man marschiert mit erhobener rechter Hand, denn was sollen die Kameraden sagen?

Und dann stirbt man. Aber nicht ohne dafür Sorge zu tragen, dass sich jemand um das verfickte Grab kümmert. Auch wenn von all den Menschen, die man nicht kennt und nach deren angeblicher Meinung man sein Leben ausgerichtet und verpasst hat, die meisten tot sind. Weil sie ihre schlagenden Ehemänner, vergewaltigenden Pfarrer, schlagenden Eltern nicht mehr ertragen haben.

#GettingGreenChallenge

Als ich auf die Welt kam, interessierte sich niemand in meiner Umgebung für den Umweltschutz.
Die Öfen in den Häusern wurden mit Kohle befeuert, in den harten Wintern in Oberschlesien gerne 24h/Tag, stromfressende Glühbirnen mit ihrem gelblichen Licht erhellten mehr oder weniger die Räume, deren Wände mitunter so kalt waren, dass sie auch gleichzeitig feucht waren. Ein weißes T-Shirt hatte am Ende des Tages einen Grauschleier von den Kohlekraftwerken, Eisenhütten und Diesel-Fahrzeugen, die den Schnee innerhalb von kürzester Zeit in einen schwarzbraunen Haufen gefrorenen Drecks am Straßenrand verwandelten.

Es gab einen Bereich, der halbwegs „grün“ war und das war der Bereich Lebensmittel – hier eher erzwungenermaßen als beabsichtigt, denn hinter dem Eisernen Vorhang gab es keine Obstsorten aus fernen Ländern oder ganzjährig Erdbeeren. Es war nicht bio, was wir hatten, aber es war regional und saisonal. Ich erinnere mich an große Speisekammern mit Regalbrettern bis zur Decke, prall gefüllt mit eingekochten Mirabellen, Kirschen, Erdbeeren, Äpfeln, Blaubeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Kürbissen, Birnen, Rhabarber.
Darunter Gläser mit Grützwurst, Leberwurst, Blutwurst – sobald im Dorf geschlachtet wurde, meldete man sich an und füllte die Speisekammern für die langen Winter und für die Zeitperioden, in denen man trotz Lebensmittelmarken nichts zu essen bekommen hat und froh war, gebunkert zu haben. Keine Sorge, ich litt niemals Hunger, denn wir waren allesamt Bauern oder hatten Familie, die Vieh hatte. Außerdem arbeitete meine Oma im Gleiwitzer Schlachthof. Von der Decke der Speisekammer hingen von Opa geräucherte Schinken und Forellen, Würste und Ketten mit duftenden, getrockneten Pilzen.
In den untern Fächern der Regale, die mit Sand gefüllt waren, lagen Mohrrüben, Steckrüben, Rote Beete und Kartoffeln. Kohl wurde meistens in allen Formen eingekocht. Neben den Regalen standen große töpfernde Gefäße mit Salz & Dill-Gurken und Sauerkraut.

Unsere Urlaube verbrachten wir entweder in der Hohen Tatra in umgebauten Zirkuswagen, wo wir auch Selbstversorger waren, weshalb Mama meist Tage vor dem Urlaub kochte, einkochte, buk und briet und den Wagen bis unters Dach mit dem Inhalt der Speisekammer füllte. Nur am Meer sind wir ab und an essen gegangen und schauten, was von der recht kargen Speisekarte noch vorhanden war. Denn auch die Restaurants bekamen ihr Essen teilweise zugewiesen.

Es fehlte mir an gar nichts.
Außer an Gedanken an die Umwelt. Ich nahm sie wahr, ich genoss, sie war Gott gegeben – zumindest dachte ich das damals.

Als wir die erste Wohnung in Deutschland bezogen, eine 90qm Wohnung, sozialer Neubau für unsere 5-köpfige Familie, staunte ich über die vielen Steckdosen in allen Räumen. Als ob man die alle bräuchte? Wofür nur?

Ein paar Wochen später waren sie gefühlt alle belegt. Wir hatten 3 Fernseher, 3 Stereoanlagen, einen C64, einen Discman, den man laden musste, unzählige Lampen und leuchtende Deko-Elemente. In der Küche alles an Elektrogeräten, das man sich vorstellen kann. Meine Eltern hatten zwei Autos, die Kinder machten alle mit 18 ihren Führerschein. Wir verbrannten keine Schwarzkohle mehr und unsere Autos waren keine Dieselfahrzeuge, aber dafür reisten wir kreuz und quer durch Europa, später flogen wir und unser schmutziger Fußabdruck wurde immer größer. Nur auch da machte ich mir keine Gedanken darüber, ich genoss mein Zimmer, mein Leben, den Luxus.

Seit einigen Jahren mache ich mir Gedanken.
Ironischerweise nachdem ich den vermutlich größten schmutzigen CO2-Abdruck hinterließ und nach Kanada flog, um dort einige Wochen auf einer Bio-Farm zu leben und zu arbeiten. Ich wurde sehr stark an die „grünen“ Zeiten meiner Kindheit erinnert, daran, wir man mit kleinen Schritten und Änderungen direkt vor der eigenen Nase etwas verändern kann. Wir ernteten, was wir säten.
Wir aßen, was wir ernteten, was auf der Farm ein langes und entspanntes Leben hatte (Hühner, z.B.) – davon allerdings recht wenig. Wir tranken das Wasser aus der Leitung, wir kauften all das, was wir selbst nicht herstellen konnten auf Märkten oder von anderen Menschen, die es hatten (Mehl aus einer Mühle, Haferflocken, Milch und Butter, etc.). Wie vermieden Plastik. Und ich entdeckte meine Liebe zu Walen und speziell zu Orcas, beschäftigte mich damit, wie ihre #10yearschallenge so war. Besuchte Film Festivals rund um das Thema Umwelt, Erderwärmung, Umweltschutz.

Schaute genauer hin beim Einkaufen, was wie eingepackt ist, in welche Art von Plastik.
Machte mich ein wenig schlauer darüber, wie und wo unser Müll entsorgt wir, nachdem wir ihn getrennt haben.
Verbannte Alu- und Frischhaltefolie, Küchenrolle. Kaufte keine Peelings mehr, sondern machte sie selbst. Keine Wattepads mehr, sondern wieder verwendbare. Kosmetik eher im Glas als in Plastiktuben, gleiches für Zahnpasta. Nicht alles ist perfekt, aber ich bin endlich bereit und willens meine Gewohnheiten zu ändern, auch wenn es unbequemer ist.

Ich fahre nach wie vor ein Auto und ich fliege nach wie vor nach Kanada und meine Bemühungen zuhause machen das nicht wett, das weiß ich. Noch bin ich nicht bereit, auf dieses Land zu verzichten, mit dem heimlichen Wunsch, eines Tages dort zu bleiben.
Und dennoch nehme ich mir raus, Menschen darauf anzusprechen, wenn sie 5 Tage die Woche bei Starbucks einen Wegwerfbecher samt Strohhalm nehmen, warum sie das nicht ändern. Und ihnen vor Augen zu halten, dass es extrem viele Stellschrauben gibt, an denen sie drehen können und dass jede davon relevant ist.

Meine Seele hat es eilig.

Gedicht von Mario de Andrade (San Paolo 1893-1945) Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler.
Einer der Gründer der brasilianischen Moderne.
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*Meine Seele hat es eilig.*

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.
Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen , die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.
Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süssigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.
Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.
Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.
Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.
Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

#hand2hand2018 – Danke <3

Gestern um 21 Uhr schloss das letzte Türchen des #han2hand2018 Adventskalenders für den besten Zweck der Welt, das Menschenleben.

Bevor ich mit Zahlen die diesjährige Aktion zusammen fasse, möchte ich mich an der Stelle bedanken.

Zuerst bei allen, die ihre kreativen Werke zur Verfügung gestellt haben. Denn das ist das Fundament dieser Aktion und jedes Jahr für mich mit ein wenig aufgeregtem Bauchweh verbunden: Wer macht mit? Was reichen sie ein? Wird es eine gute Mischung geben? Ist für jeden etwas dabei? Wie sind die Texte? Wie sind die Bilder? Werden ein paar Neue dazu stoßen? Wie sehr wird sich die Aktion verbreiten?

Es gibt einige, die bereits zum 3. Mal dabei waren, es gibt Neue, es gibt welche, die ihre wundervollen Kunstwerke schon seit Monaten fertig hatten.
Dann trudeln sie ein und ich schaue und lese und höre auf meinen Bauch und denke an die letzten Jahre, die Vorfreude steigt.

Am liebsten würde ich jeden umarmen, so richtig mit ARME UM DEN MENSCHEN legen und ihm sagen, wie sehr ich schätze, was er getan hat. Wie sehr ich mich darüber gefreut habt, jeden einzelnen Tag in der #hand2hand DM-Gruppe zu lesen, was die Aktion den einzelnen Menschen bedeutet, dass es mitunter ihr kleines Weihnachtswunder ist. Man stärkte sich gegenseitig, feuerte sich an, tröstete, teilte Sorgen und Freude, alberte rum und mit jedem Tag konnte man spüren, wie viel Herzblut diese Aktion in den Menschen zum sprudeln brachte.

Danke an Katja, Heinrich und Carrie für die extrem professionelle Vorbereitung, für das Teilen (!) und mitfiebern. Und für den Header!

Danke an Maori für so viel Liebe in der Gruppe, für die Vision, die wir mit der Summe erreicht haben und für den dafür versprochenen Tanz, auf den wir uns freuen!

Danke an Sarah, die trotz persönlicher Herausforderungen jeden Tag allen die Daumen drückte und ohne Alk die Schnapszahl noch zum Schluss selbst spendete.

Danke an Marcel für die wundervollen Bilder, für das Vertrauen in die Aktion und die tolle Unterstützung.

Danke Verena für die unermüdlichen Insta-Stories, für das Teilen der Sorgen, aber auch das Öffnen des großen Herzens.

Danke Jule, Du Wirbelwind! Auch Dir für das Vertrauen in die Aktion und das unglaubliche Paket!

Danke Nicole. Für eine Menge Liebe, gute Gespräche und eine unglaublich gesunde und beruhigende Sicht auf die Hilfsbereitschaft der Menschen.

Danke Ingrid, Du Verpackungs- und Pinselvirtuöse 😀 für meinen Leuchtturm ❤ und Dein großes Herz.

Danke Anita, Du warme, wärmende, liebevolle Seele – für all die Unterstützung trotz Stresses.

Nina und Frau_Eff danke ich sehr dafür, dass Du unbeirrt die Aktion geteilt hast, ohne Rücksicht auf Motzköppe 😉

Sarina, Du Eneregiebündel – es ist der Wahnsinn, wo Du all diese Energie hernimmst, um auf gefühlt 10 Hilfshochzeiten gleichzeitig zu tanzen und so viel Gutes zu tun!

Manu, ah liebe Manu. Danke für Deine unermüdliche, ansteckende Freude und Enthusiasmus, Deine Großzügigkeit und Liebe.

René – zum ersten Mal dabei und gleich so voller Begeisterung. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie sehr Du die Aktion unterstützt hast!

Axel, das war ein sehr knappes Höschen – in JEDWEDER Hinsicht. Ich kann mir #hand2hand ohne Dich gar nicht mehr vorstellen. Und Björn – für die Fischis!

Julia – auch zum ersten Mal dabei und so viel Liebe mitgebracht, danke dafür!

Beate, Dir danke ich für die Hilfsbereitschaft, die offenen Augen und das Mitfiebern.

Moni – auch ohne Dich gibt es gefühlt kein #hand2hand, danke für Deine unermüdliche Kreativität und Unterstützung.

Mathis, liebster Mathis, trotz Krankenhaus und so viele Sorgen, hast Du mitgemacht und einen wahnsinnig großen Beitrag geleistet. Danke!

Tobias, danke, dass Du mitgemacht hast!

Frank, mein Lieblingsgrumpy, danke dafür, dass Du bereits vor Monaten Dein wundervolles Brett fertig hattest und ich mich so Monate lang auf die Aktion freuen konnte ❤

Lena – danke dafür, dass Du doch noch Zeit gefunden hattest, mitzumachen und dann auch noch mit einer sehr herausfordernden Materie 🙂

Marlene, wie Du gefiebert hast! Das war sehr entzückend, danke für Deine Hilfe und Deine Gedanken.

Anne, Du kleine Zauberin, danke für das Vertrauen an die Aktion und Deine tollen Werke.

Manuela – danke, dass Du Dir so viele Gedanken und Mühe gemacht hast, in dieser Ziege steckt unfassbar viel Liebe drin.

Danke für jeden von euch, der den einen Meter mehr gegangen ist, damit andere Menschen eine kleine und/oder große Chance auf ein lebenswerteres Leben erhalten.

Unser Dank geht an die Menschen, die mit ihrem Geld dazu beigetragen haben, dass Heimatstern in den kommenden Wochen und Monaten sehr viel Gutes bewirken kann.

Was sie tun werden, könnt ihr das ganze Jahr über auf deren Profilen lesen, z.B. bei Facebook oder Twitter.

Diese Aktion hat dem Heimatstern e.V. über 10.000€ eingebracht

9.429,44€ brachten die 25 Türchen ein.
Ich habe auf  9.500€ aufgerundet.

200€ gab es von der Telekom.
30€ als zusätzliche Spende.

9730€

Diese Summe wurde gestern noch auf 10.000€ aufgerundet.
Dann kam noch die Schnapszahl in Höhe von 111,11€ dazu.

Wir landen also bei 10.111,11€ 

Und last but not least danke ich allen, die die Aktion bei Twitter, Facebook, Instagram etc. unermüdlich geteilt haben, weil ihnen der Gedanke dahinter wichtiger ist als das, was ihre Follower darüber denken würden, wenn sie einen Tag mal kein Witzchen posten.
Würde ich für jeden meiner Follower 2€ für Heimatstern bekommen, ich würde meinen Account morgen schließen und neu anfangen.

In dem Sinne: Danke und frohe Weihnachten.

Meg